Von Truppe der UN-Friedensmission UNIFIL im Libanon gestiftetes Kreuz im südlibanesischen Christendorf Debel bei Feier mit Nuntius Borgia aufgestellt
Harissa, 24.04.2026 (KAP/KNA) Nach der Kreuzschändung durch einen israelischen Soldaten hat das christliche Dorf Debel im Süden des Libanon doppelten Ersatz erhalten. Neben der israelischen Armee stiftete auch die Truppe der UN-Friedensmission UNIFIL im Libanon ein Kreuz als Ersatz. Das bestätigten die päpstliche Nuntiatur in Harissa bei Beirut sowie UNIFIL auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Während das von der israelischen Armee gestiftete Kreuz laut Nuntiatur-Angaben mit seiner Höhe von etwa einem Meter nicht an der ursprünglichen Stelle aufgestellt werden konnte, entspricht das UNIFIL-Kreuz mit 2,50 Metern Größe dem zerstörten Kreuz. Es wurde bei einer Feier vom Nuntius, Erzbischof Paolo Borgia, gesegnet und am ursprünglichen Ort aufgerichtet.
Ein UNIFIL-Vertreter sagte der KNA, die Initiative der UN-Mission, das Kreuz zu ersetzen, sei der Ankündigung der israelischen Armee vorausgegangen. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni dankte dem italienischen UNIFIL-Kommandanten, Generalmajor Diodato Abagnara, laut Mitteilung ihres Büros am Donnerstagabend. Die Bilder von der Wiedererrichtung des Kreuzes "erfüllen das Herz" und seien "ein starkes Zeichen von Hoffnung, Dialog und Frieden", so Meloni.
Bilder in Sozialen Medien hatten am Sonntag einen israelischen Soldaten in dem südlibanesischen Christendorf Debel gezeigt, wie er einer gestürzten Jesusfigur am Kreuz mit einer Axt auf den Kopf schlägt. Der Täter und ein weiterer Soldat, der ihn bei der Tat aufnahm, müssen für 30 Tage in Militärhaft und werden vom Kampfeinsatz abgezogen, hatte die israelische Armee erklärt.
Über das Schicksal weiterer sechs Soldaten, die den Fall weder gemeldet noch verhindert hätten, solle später entschieden werden. Die Tat hatte bei Kirchenvertretern im Heiligen Land, aber auch bei prominenten Rabbinern und jüdischen Vertretern für Verurteilungen gesorgt.