Leo XIV. habe darauf hingewiesen, dass ein Schritt über die Erklärung "Fiducia Supplicans" hinaus die Einheit der Kirche gefährden würde, erklärt der auch als Queer-Aktivist bekannte Ordensmann
New York, 24.04.2026 (KAP/KNA) Nach Ansicht des US-amerikanischen Jesuiten und Queer-Aktivisten James Martin setzt Papst Leo XIV. die vatikanische Erlaubnis zur Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren unter bestimmten Bedingungen nicht außer Kraft. Auf der Rückreise aus Afrika hatte sich der Papst kritisch zur Einführung von offiziellen Segensfeiern auch für homosexuelle Paare durch mehrere deutsche Bischöfe geäußert.
Martin bilanziert in seinem Beitrag in Sozialen Medien, der Papst habe darauf hingewiesen, dass ein Schritt über die entsprechende Erklärung "Fiducia Supplicans" hinaus die Einheit der Kirche gefährden würde. "Und damit hat er Recht", so der Jesuit.
Die Weltsynode (2021-2024) habe besonders deutlich gemacht, dass gerade die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im Westen deutlich anders eingeschätzt werde als in anderen Teilen der Kirche - dort nach dem Motto: "Fiducia Supplicans ist die Segnung der Sünde." Nun sei die Einheit der Kirche eines der übergeordneten Anliegen des neuen Papstes, so Martin; das drücke schon sein päpstliches Motto aus: "In dem Einen sind wir eins".
Keine Formalisierung
"Eine der vielen Bedingungen" für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren, die in dem 2023 veröffentlichten Dokument "Fiducia supplicans" genannt wird, sei, dass diese Segnungen nicht formalisiert werden. Der Vorschlag der deutschen Bischöfe bestehe aber nach seiner Auffassung gerade in einer stärkeren Formalisierung.
Das sei "ein Schritt, der aus dem aufrichtigen Wunsch der deutschen Bischöfe hervorgeht, auf die Stimmen der deutschen Katholiken zu hören, die im Rahmen ihrer Synodenprozesse laut geworden sind". Der Vatikan lehne diesen weiteren Schritt ab, halte aber an "Fiducia Supplicans" fest, so Martin.
Er hob Leos Zitat seines Vorgängers Papst Franziskus hervor. Dieser hatte gesagt, dass die Kirche für "tutti, tutti, tutti" da sei - also für alle Menschen, einschließlich LGBTQ.
Leo XIV. betont zugleich: Themen wie Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit von Frauen und Männern sowie Religionsfreiheit haben für Kirche bei moralischen Fragen "eine viel höhere Priorität" als Sexualität
Kardinal Marx kündigte zuletzt Umsetzung einer Handreichung zur Segnung von Paaren, die nicht kirchlich heiraten können oder wollen, für seine Erzdiözese an
Glaubenspräfekt Fernandez äußert sich zur Frage, wie weit bei der von den deutschen Bischöfen im April vorgestellten Orientierungshilfe zu Segnungen unter anderem von gleichgeschlechtlichen Paaren die Abstimmung mit Rom ging