Streit um Migration in Spanien: Kirche wehrt sich gegen Vox-Partei
24.04.202615:47
Spanien/Kirche/Politik/Migration
Tagelanger verbaler Schlagabtausch geht weiter
Madrid, 24.04.2026 (KAP/KNA) In der anhaltenden spanischen Migrationsdebatte verschärft sich der Ton zwischen der katholischen Kirche und der rechtspopulistischen Vox-Partei immer weiter. Francisco César García Magán, Generalsekretär der Spanischen Bischofskonferenz, wies am Freitag empört den Vorwurf von Vox-Chef Santiago Abascal zurück, "von illegaler Einwanderung zu profitieren". Solche Aussagen hätten nichts mit der Realität zu tun, sondern basierten auf "ideologischer Haltung" und "Lügen", sagte Magán bei einer Pressekonferenz.
Der verbale Schlagabtausch zwischen Kirche und Partei hatte bereits vor einigen Tagen begonnen. Auslöser waren Äußerungen von Bischof José Mazuelos über fehlendes Mitgefühl für afrikanische Bootsmigranten.
Tagelanger verbaler Schlagabtausch
Zu kritischen Stimmen, die gegen eine Aufnahme der illegal ankommenden Migranten sind, sagte der Bischof der Kanarischen Inseln, man sollte die Kritiker für fünf Tage in eines der Boote setzen, damit sie verstünden, was die Betroffenen durchmachten. "Sie müssen natürlich aufgenommen und versorgt werden. Wer Christ und Mensch sein will, muss sich um sie kümmern", so Mazuelos.
Er vermied es zwar, konkret politische Parteien zu nennen, doch offenbar fühlte sich der Vox-Vorsitzende angesprochen. An die Adresse Mazuelos gerichtet, erklärte Abascal: Der Bischof solle aus seinem "Palast herauskommen", um die negativen Folgen der illegalen Migration selbst zu erleben.
Die Kanarischen Inseln sind seit Jahren Ziel Tausender Migranten aus Zentral- und Westafrika. Vor allem die Betreuung der zunehmenden Zahl unbegleiteter minderjähriger Migranten stellt die Inselregierung, aber auch die kirchlichen Hilfsorganisationen wie die Caritas vor immer größere Probleme.
Ein Staat habe das Recht, an seinen Grenzen Regeln festzulegen, so Leo XIV. bei "Fliegender Pressekonferenz" - Gleichzeitig betont der Papst: Auch bei erschöpften Aufnahmekapazitäten verdient jeder Ankommende Respekt und die Achtung seiner Menschenwürde