Kroatien: Kardinäle diskutieren Rolle der Religion in Kriegszeiten
25.04.202610:49
Kroatien/Kirche/Religion
Erzdiözese Rijeka lädt zu öffentlicher Diskussion zwischen den Kardinälen Blase Cupich aus Chicago und Ladislav Nemet aus Belgrad - "Pro Oriente"-Vertreterin Viola Raheb nimmt an theologischer Mittelmeer-Tagung teil
Rijeka, 25.04.2026 (KAP/KNA) Zwei Kardinäle werden im Juli bei einem öffentlichen Forum in Lovran/Kroatien über die Rolle religiöser Gemeinschaften in Zeiten wachsender Aufrüstung diskutieren. Teilnehmen werden die Kardinäle Blase Cupich aus Chicago und Ladislav Nemet aus Belgrad, wie die veranstaltende Erzdiözese Rijeka der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. Im Mittelpunkt soll die Frage stehen, welchen Beitrag Kirchen und andere Religionsgemeinschaften zu Frieden und Versöhnung leisten können. Anlass sind neue Kriege, zunehmende geopolitische Spannungen und Aufrüstungstendenzen.
Die öffentliche Diskussionsrunde am 14. Juli ist Teil einer theologischen Tagung vom 12. bis 18. Juli in Lovran. Veranstalter ist die Erzdiözese Rijeka unter Leitung von Erzbischof Mate Uzinic. Die theologische Tagung der Mittelmeer-Region steht heuer unter dem Titel "Friedensverkündung inmitten des Kriegslärms: Friedensstiftung im Zeitalter des Militarismus" und richtet sich an Studierende, Absolventinnen und Absolventen der Theologie verschiedener Konfessionen sowie an muslimische Theologinnen und Theologen.
Namhafte Kirchenvertreter
Unter den Referierenden wird mit Viola Raheb von der Stiftung "Pro Oriente" heuer auch ein Gast aus Österreich sein. Weitere Vorträge sind vorgesehen von Sihem Djebbi (Sorbonne Paris), vom serbisch-orthodoxen Bischof und Oberhaupt der Eparchie von Düsseldorf und ganz Deutschland, Grigorije Duri, sowie von Stipe Odak (Katholische Universität von Louvain). (Infos: https://mtm.hr)
An den theologischen Mittelmeer-Tagungen nahmen in den vergangenen Jahren bereits mehrere hochrangige Kirchenvertreter teil, darunter der englische Kardinal Timothy Radcliffe und die vatikanische Synodenberaterin Nathalie Becquart. Zu den Gästen gehörten zudem die deutsche Sozialethikerin Marianne Heimbach-Steins sowie der tschechische Soziologe und Theologe Tomas Halik. Vorträge hielten außerdem der Jesuit James Martin und der Chef des vatikanischen Synodensekretariats, Kardinal Mario Grech.
Kardinal Cupich ist in den USA für öffentliche Äußerungen zur Migrationspolitik von Präsident Donald Trump bekannt. Zudem äußerte er sich mehrfach kritisch zur Kriegspolitik der Trump-Regierung, zuletzt Mitte März gemeinsam mit den Kardinälen Robert McElroy (Washington) und Joseph Tobin (Newark) im US-Fernsehsender CBS.