Glettler: In Zeiten der Verunsicherung dem Leadership Jesu anvertrauen
26.04.202615:30
Österreich/Kirche/Gesellschaft/Glaube/Glettler
Innsbrucker Bischof feierte Gottesdienst im Gedenken an Diözesanpatron Petrus Canisius
Innsbruck, 26.04.2026 (KAP) Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler hat dazu aufgerufen, sich in Zeiten der Verunsicherung und Krise dem "Leadership Jesu" anzuvertrauen bzw. davon zu lernen. "Was tun in einer Zeit, wo so viele Nachrichten auf uns einströmen, wichtige und verwirrende, existentiell bedeutsame und überbordend viele, die nur zerstreuen? In einer Zeit der vielen Manipulationen und Verführungen, der bedrohlichen Orientierungslosigkeit? Ich schlage vor, dass wir uns das Leadership Jesu anschauen und gleichzeitig als eine der größten Herausforderungen die Verführbarkeit des heutigen Menschen thematisieren", sagte Glettler bei einem Gottesdienst am Sonntag im Innsbrucker Dom.
Die "Leadership-Qualität" Jesu lasse sich etwa darin erkennen, dass er sich als "Guter Hirte" erweise, dass er der allen Menschen innewohnende "Verführbarkeit" widerstehe und Christinnen und Christen den Auftrag erteilt habe, "Verantwortung und Leadership zu übernehmen", sagt Glettler bei dem Gottesdienst, der ganz im Zeichen des Gedenkens an den Diözesanpatron Petrus Canisius (1521-1597) stand. Ein "guter Hirte" zeige sich darin, dass er "die Verlorenen und Verwundeten, die Ermüdeten und Frustrierten, die Überbelasteten und Bedrängten" aufsuche und ihnen "neue Perspektiven" zeige. Von Jesus zu lernen bedeute, diese Aufgabe in Hingabe und authentisch anzunehmen.
"Vom göttlichen Herzfeuer" entflammt: Von Petrus Canisius lernen
Jesu "Leadership" eigne sich darüber hinaus auch nicht, um der Sehnsucht mancher Menschen nach einem "starken Führer" zu entsprechen. Dagegen brauche es Führungspersönlichkeiten, "die nicht die Ängste der Massen bewirtschaften, sondern das Wohl aller im Blick haben". Im "eigenartigen Match" zwischen US-Präsident Donald Trump und Papst Leo XIV. in der vergangenen Woche könne man dies gewissermaßen ablesen. Glettler: "Welch ein Segen, dass der ruhige, sympathische Hirte im Petrusdienst der egomanen Gier und den Machtphantasien der unzähligen Tyrannen eine echte Alternative entgegenhielt: Die Botschaft eines gerechten Friedens für alle!"
Inspiration und Motivation lasse sich schließlich im Blick auf Diözesanpatron Petrus Canisius gewinnen. Glettler abschließend: "Es war das göttliche Herzfeuer, das ihn getrieben hat, die tröstende und heilende Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Er war in seinem Auftreten klar, kantig und ermutigend. Nicht darauf fixiert, Erfolg zu haben oder geehrt zu werden. Mit unermüdlicher Energie hat er für die geistig und seelisch Verwahrlosten gesorgt. Von ihm können wir das Leadership Jesu lernen: Sorge tragen für jene, die in unserem Lebensumfeld Hilfe benötigen, vor allem jene, die unter Vereinsamung leiden, psychisch erkrankt sind - und für die vielen, die den Glauben an Gott und das Vertrauen in das Leben verloren haben."