Vermittlungsangebot "Jobmeile" in Wien - AMS-Rosenaktion in der Steiermark als Zeichen der Wertschätzung - Stadtrundgänge in Linz und Steyr machen Arbeitslosigkeit und Jobsuche von Jugendlichen "hörbar und erlebbar"
Wien/Graz/Linz, 27.04.2026 (KAP) Unmittelbar vor dem "Tag der Arbeit" (1. Mai) laden zahlreiche Initiativen quer durch Österreich zu Veranstaltungen rund um den "Tag der Arbeitslosen" (30. April) ein. Dabei wird an das Schicksal jener gedacht, die auf Arbeitssuche sind. Auch jenseits von Arbeitslosenstatistiken geht es um Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe sowie besonders auch um die Würde der Betroffenen, zudem gibt es auch konkrete Unterstützungsangebote für Menschen auf Jobsuche.
Im carla Mittersteig in Wien-Margareten wird am 30. April die bereits 15. "Jobmeile" eröffnet. Unter dem Leitgedanken "Arbeit ist ein Menschenrecht" präsentieren die Caritas und rund 30 weitere Organisationen konkrete Job-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für arbeitslose und insbesondere langzeitarbeitslose Menschen. Im Rahmen eines Medientermins mit Bundesministerin Korinna Schumann, AMS-Wien-Landesgeschäftsführer Winfried Göschl und Caritasdirektor Klaus Schwertner soll dabei auch auf die aktuellen Entwicklungen am Arbeitsmarkt eingegangen werden.
Die Initiatoren verweisen auf eine angespannte wirtschaftliche Situation mit steigender Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig rückläufigem Stellenangebot. Besonders betroffen seien ältere Arbeitssuchende, zunehmend aber auch junge Menschen, die beim Einstieg in den Arbeitsmarkt Unterstützung benötigten. "Hier gilt es, genau hinzuschauen und möglichst niederschwellige Angebote zu setzen", heißt es seitens der Caritas vorab. Die Jobmeile soll konkrete Perspektiven aufzeigen und zugleich auf strukturelle Hindernisse hinweisen, die den Wiedereinstieg erschweren.
Blumen der Würde und Anerkennung
In der Steiermark werden in AMS-Regionalstellen auf Initiative des Fonds für Arbeit und Bildung der Diözese Graz-Seckau gemeinsam mit Partnerorganisationen 2.500 Rosen verteilt. Die Aktion versteht sich als Zeichen der Aufmerksamkeit und soll die "von Gott gegebene Würde eines jeden Menschen" sichtbar machen, heißt es dazu in einer Aussendung vom Montag. Unter dem Motto "Man muss auch dem Herzen Aufmerksamkeit schenken" sollen Arbeitsuchende gestärkt und auch AMS-Mitarbeitende in ihrer Tätigkeit gewürdigt werden.
Der Geschäftsführer des Fonds für Arbeit und Bildung, Bernhard Schwarzenegger, verweist in der Ankündigung auf die weiter angespannte Lage am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark sei zuletzt um rund drei Prozent gestiegen, besonders deutlich im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit. Diese sei um mehr als 30 Prozent auf knapp 7.000 Betroffene angewachsen. "Hinter diesen Zahlen stehen konkrete Menschen mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen", unterstrich Schwarzenegger. Häufig spielten geringe Qualifikationen oder gesundheitliche Einschränkungen eine Rolle.
Der diözesane Sozialexperte betonte weiters auch, dass gezielte Unterstützung notwendig sei: "Es braucht den Ausbau von Modellen geförderter Beschäftigung, um dieser Personengruppe die Teilhabe an Arbeit zu ermöglichen und sie von Arbeitslosengeldbeziehern wieder zu Steuerzahlern zu machen." Arbeit sei dabei nicht nur Einkommen, sondern auch ein "zentraler Ort gesellschaftlicher Teilhabe".
Perspektivenwechsel im öffentlichen Raum
In Oberösterreich setzen kirchliche und soziale Organisationen auf Formate des Perspektivenwechsels. In Steyr führt der Stadtrundgang "Walking in my Shoes" am 29. und 30. April durch die Innenstadt. Anhand konkreter Orte sollen jenseits von Stereotypen verschiedene Lebensrealitäten arbeitsloser Menschen sichtbar gemacht werden. Vonseiten des veranstaltenden Bündnisses "Arbeitslosigkeit (be)trifft" heißt es, es gehe nicht um Einzelschicksale, sondern um eine gesellschaftliche Realität. Ziel sei es, Arbeitslosigkeit "hörbar und erlebbar" zu machen und zum Nachdenken über strukturelle Ursachen anzuregen.
Auch in Linz wird am Mittwoch von der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung ein ähnliches Format angeboten, das sich insbesondere an Jugendliche richtet. Unter dem Titel "Jung. Ohne Arbeit. Mitten in der Stadt" stehen ab 10 Uhr Erfahrungen junger arbeitsloser Menschen im Mittelpunkt, die durch Stationen im urbanen Raum sichtbar gemacht werden. (Infos: www.dioezese-linz.at/arbeitslosenstiftung)
Im Mai setzen sich zudem zwei weitere Veranstaltungen in Oberösterreich vertieft mit Fragen von Arbeit, Teilhabe und Zukunftsperspektiven auseinander. Am 19. Mai lädt die Veranstaltung "Jugend im Dialog. Ich kann was! Ich bin was! Reicht das?" arbeitsuchende Jugendliche in die Arbeiterkammer OÖ in Linz ein. Dabei können junge Menschen direkt mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft ins Gespräch kommen und Fragen stellen. Veranstaltet wird das Format in Kooperation von Arbeiterkammer OÖ, kirchlichen Jugend- und Arbeitsloseninitiativen sowie der Katholischen Jugend OÖ und der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung.
Am selben Tag widmet sich auch das Veranstaltungsformat "KA-Salon" unter dem Thema "Brot, Wein und Arbeit" der Katholischen Aktion der Zukunft der Arbeitswelt. Im Cardijnhaus in Linz diskutieren die frühere Vorsitzende der katholischen Arbeitnehmerbewegung (KABÖ), Anna Wall-Strasser, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Korinna Schumann, sowie Andreas Zeller, Vorstand von Rosenbauer CO, über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven.