Kärnten: Bischof Marketz erneuert alte katholische Tradition
27.04.202612:13
Österreich/Kirche/Tradition/Marketz/Personalia
Villacher Stadthauptpfarrer Pirker zum Propst vom Virgilienberg (Friesach) ernannt
Klagenfurt, 27.04.2026 (KAP) Eine besondere Ehre für den Villacher Stadthauptpfarrer Richard Pirker: Bischof Josef Marketz hat ihm den Ehrentitel "Propst der Kollegiatskirche des Hl. Virgil (Virgilienberg) zu Friesach" verliehen. Im Rahmen eines Festgottesdienstes am Samstag überreichte Marketz dem Pfarrer die Ernennungsurkunde sowie die Insignien eines Propstes, zu denen der violett gesäumte Talar, der Ring, das Brustkreuz und das violettfarbene Birett (Kopfbedeckung) zählen. "Die Einsetzung des neuen Propstpfarrers ist eine besondere Verleihung, eine Berufung, mit der eine sehr alte Tradition in der katholischen Kirche in Kärnten bewahrt bzw. fortgesetzt wird", sagte Bischof Marketz in seiner Predigt.
Durch die Ernennung eines Propstes für den Virgilienberg werde "in aller Demut gezeigt, dass wir die Tradition fortsetzen und mit unserem Engagement für den geistlichen Aufbau der Kirche ein Zeichen von Zukunft in unsere Gesellschaft senden", betonte der Kärntner Bischof.
Das ehemalige Kollegiatsstift "St. Virgil" am Virgilienberg, südlich der Stadt Friesach auf einer Anhöhe gelegen, wurde zwischen 1233 und 1240 von Erzbischof Eberhard II. von Salzburg gegründet. Hier entstanden eine Propstei mit Kirche, ein Propst- und Dekanhaus sowie Unterkünfte für sieben Chorherren. 1608 wurde das Kollegiatstift dem Chorherrenstift St. Bartholomäus eingegliedert. Nach mehreren Bränden wurde die Kirche 1786 profaniert. Heute ist von der Kirche nur noch eine Ruine mit Teilen des gotischen Chores erhalten. Die letzte Verleihung des Propst-Titels erfolgte durch die Päpstliche Bulle vom 28. Februar 1964 an den damaligen Villacher Stadthauptpfarrer Johannes Sabitzer.
"Mit der Propstei Virgilienberg war schon damals weder ein Benefizium noch die Leitung einer Priestergemeinschaft verbunden. Allerdings hatte die Verbindung der Stadthauptpfarre mit der genannten Propstei durch die protokollarische Nähe zum Rang der in der Stadt präsenten evangelischen Superintendentur einen ökumenischen Akzent", heißt es im aktuellen bischöflichen Dekret zur Ernennung von Stadthauptpfarrer Pirker.