Leo XIV. gewährt am 12. April gewählten Chaldäer-Patriarchen Paul III. Nona die volle kirchliche Gemeinschaft
Vatikanstadt, 28.04.2026 (KAP) Der Papst hat das neue Oberhaupt der größten christlichen Minderheit im Irak offiziell anerkannt. Wie das vatikanische Presseamt am Dienstag mitteilte, gewährte Leo XIV. dem am 12. April gewählten Patriarchen der Chaldäer mit Sitz in Bagdad die volle kirchliche Gemeinschaft. Damit ist der letzte formale Schritt nach der Wahl von Polis III. Nona (58) zum Oberhaupt dieser mit Rom verbundenen orientalischen Kirche erfüllt. Die feierliche Amtseinführung findet am 29. Mai in der Josefskathedrale in Bagdad statt.
Die Synode der chaldäisch-katholischen Bischöfe hatte den langjährigen Erzbischof der Chaldäer in Sydney (2015-2026) bei ihrer am 9. April in Rom zusammengetretenen Synode gewählt. Von 2010 bis 2015 war Nona chaldäischer Erzbischof von Mossul im Nordirak, floh aber wegen des Vorrückens der Terrormiliz Islamischer Staat von dort in den Westen.
Besonderes Wahlverfahren
Der Vorgänger, Patriarch Louis Raphael I. Sako (76), war im März zurückgetreten. Er leitete die größte christliche Denomination im Irak von 2013 bis 2026. Die mit Rom verbundenen ("unierten") Ostkirchen wählen ihre Oberhäupter selbstständig; der Papst gewährt ihnen dann die kirchliche Gemeinschaft.
Die Chaldäer sind mit rund 750.000 Gläubigen eine der wichtigsten christlichen Glaubensgemeinschaften im Nahen Osten. Seit den Kriegen im Irak im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts leben viele von ihnen in westlichen Ländern. Auch in Österreich gibt es chaldäische Christinnen und Christen. Rund 1.000 sind es im gesamten Bundesgebiet, die meisten leben in Wien.