Diözese Eisenstadt weist FPÖ-Kritik an Kirchenneubau zurück
29.04.202611:47
Österreich/Kirche/Politik/Konflikte
Disput über neue Kirche in Kuppelbauweise - Diözese spricht von FP-Desinformation, "die darauf abzielt, ein religiöses Bauprojekt politisch zu instrumentalisieren und die Bevölkerung zu spalten"
Eisenstadt, 29.04.2026 (KAP) Die Diözese Eisenstadt hat am Mittwoch Kritik vonseiten der FPÖ an einem Kirchenneubau in Bruckneudorf vehement zurückgewiesen. Über die Causa berichtete die "Kronenzeitung". Der FPÖ-Landtagsabgeordnete und Gemeindevorstand Mario Jaksch forderte schon im Februar, dass der Bau architektonisch als "katholische Kirche unserer mitteleuropäischen Tradition" erkennbar sein müsse. Jetzt übt er neuerlich Kritik und sprach u. a. von einer "architektonischen Fehlentscheidung". Die Diözese kontert mit deutlichen Worten.
Man bewerte die Aussagen der FPÖ als "gezieltes Spiel mit den Ängsten der Bürgerinnen und Bürger", so die Diözese in ihrer Stellungnahme gegenüber der "Krone", die auch "Kathpress" vorliegt. Es handle sich um eine bewusste Desinformation, "die darauf abzielt, ein religiöses Bauprojekt politisch zu instrumentalisieren und die Bevölkerung zu spalten".
Die Diözese verwehre sich entschieden gegen den Versuch, Architektur und transparente Projektbeteiligungen in ein schiefes Licht zu rücken. "Wer aus einer öffentlich einsehbaren Bautafel ein Geheimnis konstruiert und aus einer klassischen Kuppel ein Bedrohungsszenario macht, betreibt keine Politik, sondern bewusste Täuschung der Bürgerinnen und Bürger", heißt es in der Stellungnahme.
Die neue Pfarrkirche zur hl. Mutter Teresa in Bruckneudorf entsteht im Zentrum der Gemeinde und werde bewusst zum architektonischen Mittelpunkt des Hauptplatzes gestaltet. Ziel sei es, "einen sakralen Raum zu schaffen, der sowohl spirituelle Tiefe als auch Offenheit für die Bevölkerung vereint". Der Entwurf setze auf eine klare, zeitlose Architektursprache und verbinde traditionelle Sakralarchitektur mit moderner Gestaltung. Elementare geometrische Formen wie Kreis und Rechteck prägten das Gebäude und symbolisierten Einheit, Ordnung und Spiritualität. Eine zentrale Kuppel bilde das räumliche und symbolische Herzstück.
Weiter hielt die Diözese fest: "Dass ein Kirchenbau als Kuppelbau ausgeführt wird, steht in einer jahrhundertelangen christlichen Bautradition. Von der Peterskirche in Rom bis hin zu zahlreichen Barockkirchen weltweit ist die Kuppel ein Symbol für den Himmel und das Göttliche." Der Architekt habe sich bewusst an christlicher Architektur orientiert und mit dem Entwurf auch eine Verbindung zu den Ostkirchen im Sinne der Ökumene geschaffen.
Auch die Abwicklung des Projekts erfolge absolut offen und nachvollziehbar. Dass der Bau durch die Expertise der "Projektentwicklung Burgenland" begleitet wird, sei kein Geheimnis, sondern eine öffentlich bekannte Tatsache. Diese Information sei für jedermann transparent auf den Bautafeln vor Ort in Bruckneudorf abzulesen, so die Diözese Eisenstadt.
"Historischer Moment für Bruckneudorf"
Beim Spatenstich im Februar sprach Bischof Ägidius Zsifkovics von einem "historischen Moment für Bruckneudorf, für das Land und für die Diözese Eisenstadt". Der Kirchenbau sei ein Hoffnungszeichen für die Zukunft der Gemeinde. Die neue Kirche möge ein Ort sein, "an dem die Verbindung zu Gott und die Gemeinschaft unter den Menschen lebendig wird". Landeshauptmann Hans Peter Doskozil würdigte die gute Partnerschaft zwischen Land und Diözese, die auch in der "engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit" zugunsten des Kirchenneubaus zum Ausdruck komme.