Klimaaktivist Pater Jörg Alt steht am Donnerstag vor Gericht
30.04.202608:31
Deutschland/Kirche/Justiz/Leute/Klima
Ordensmann muss sich mittags vor dem Amtsgericht München für Klimaprotest verantworten - Jesuit rechnet mit Verurteilung
München/St. Blasien, 30.04.2026 (KAP/KNA) Der Jesuit und Klimaaktivist Pater Jörg Alt (64) hat an diesem Donnerstag erneut einen Prozesstermin. Der inzwischen im Schwarzwaldort Sankt Blasien lebende Ordensmann muss sich mittags vor dem Amtsgericht München verantworten.
Diesmal geht es seinen Angaben zufolge darum, dass er an einer Blockade zum "Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung" am 1. September 2023 teilgenommen hat. Papst Franziskus forderte damals die Staats- und Regierungschefs auf, sie sollten auf die Wissenschaft hören und einen schnellen und gerechten Übergang einleiten, um die Ära der fossilen Brennstoffe zu beenden. Um Teile dieser Botschaft des katholischen Kirchenoberhaupts unter anderem vor der Bayerischen Staatskanzlei in München zu verlesen, wurde zeitweise der Altstadtring blockiert.
Verurteilung erwartet
Der Jesuit rechnet nach eigenen Worten damit, dass er wieder verurteilt wird. Denn in Bayern werde ein Klimaprotest, der einen zwanzigminütigen Stau zur Folge habe, nach wie vor als gravierender angesehen als die sich verschärfende Klimakrise und die weiterhin geförderte fossile Politik. "Aber gerne lasse ich mich eines Besseren belehren", fügte der Pater hinzu.
Alt beteiligte sich in den vergangenen Jahren häufiger an illegalen Aktionen der Aktivistengruppe Letzte Generation. Darunter waren Proteste gegen Lebensmittelverschwendung sowie Straßenblockaden in Nürnberg, München und Berlin, bei denen er sich mehrfach auf Straßen festklebte. Wegen mehrerer Aktionen wurde er verurteilt. Eine Geldstrafe zahlte er aus Protest nicht. Stattdessen trat der Pater im vergangenen Jahr eine Ersatzfreiheitsstrafe an und verbrachte 25 Tage im Gefängnis. Dies brachte ihn bundesweit in die Schlagzeilen.