KU Linz würdigt Förderer mit seltenen Auszeichnungen
01.05.202611:55
Österreich/Kirche/Auszeichnung/Universität
Ehemaliger ORF-Landesdirektor mit bischöflicher Florian-Medaille ausgezeichnet - Ehrendoktorat der Theologie für Kirchenrechtler Kalb - Rechtsanwalt Mittendorfer zum Ehrensenator ernannt
Linz, 01.05.2026 (KAP) Die Katholische Privat-Universität (KU) Linz hat drei Persönlichkeiten, die sich um die Förderung der Institution besonders verdient gemacht haben, ausgezeichnet. Der Rechtsanwalt Franz Mittendorfer wurde am Mittwoch im Rahmen eines feierlichen akademischen Festaktes zum Ehrensenator ernannt. Der emeritierte Universitätsprofessor Herbert Kalb erhielt das Ehrendoktorat der Theologie. Zudem wurde der ehemalige oberösterreichische ORF-Landesdirektor und Ehrensenator der KU Linz, Helmut Obermayr, mit der bischöflichen Florian-Medaille ausgezeichnet. Rektor Michael Fuchs betonte in seiner Begrüßung die Seltenheit und das Gewicht dieser Ehrungen. Es handle sich um "bedeutsame Akte", die nur wohlüberlegt vergeben werden.
Helmut Obermayr erhielt die bischöfliche Florian-Medaille für seine überregionalen bzw. diözesanweiten Verdienste. Die Ehrung gehe "an einen Kommunikator, Netzwerker und pragmatischen Organisator, der von der Ebene seiner Heimatpfarre Traun bis zum Gremium des Religionsbeirats des Landes Oberösterreich eine prägende Rolle im kulturellen, sozialen und kirchlichen Leben des Landes spielte", betonte der Linzer Bischof Manfred Scheuer in seiner Laudatio. Beispielhaft griff Scheuer Obermayrs "federführende" Mitgestaltung der "Ökumenischen Sommerakademie" im Stift Kremsmünster heraus. Der KU Linz war Obermayr zudem über 15 Jahre als Vorsitzender des "Bischöflichen Fonds zur Förderung der Katholischen Privat-Universität Linz" verbunden.
In seiner Laudatio schilderte Universitätsprofessor Ewald Volgger das langjährige Engagement von Franz Mittendorfer: Der Rechtsanwalt und Ehrenpräsident der Oberösterreichischen Rechtsanwaltskammer, seit 2011 Mitglied des "Vereins der Freunde der KU Linz", habe einen maßgeblichen Beitrag bei der Drittmittelaufbringung für den 2015 gestarteten Masterlehrgang "Religion in Kultur und Gesellschaft" geleistet.
Für seine namhaften wissenschaftlichen Verdienste wurde Herbert Kalb, emeritierter Universitätsprofessor am vormaligen Institut für Kirchenrecht der Johannes Kepler Universität Linz, gewürdigt. Generalvikar Severin Lederhilger lobte ihn "als international anerkannten Wissenschaftler und Impulsgeber für die Weiterentwicklung des Staatskirchenrechts zum Religionsrecht". Er sei ein "theologisch denkender" und dialogfähiger Jurist mit außergewöhnlichem Fachwissen zur kirchlichen und zivilen Rechtsgeschichte. Dass mit der Emeritierung Kalbs im Jahr 2024 die letzte explizite Lehr- und Forschungseinrichtung zum Religionsrecht an einer juridischen Fakultät in Österreich ihr Ende fand, müsse als besorgniserregende Entwicklung angesehen werden.