Linzer Kirchenzeitung würdigt ihre frühere Mitarbeiterin für Engagement um den seliggesprochenen Widerstandskämpfer
Linz, 01.05.2026 (KAP) Am 3. Mai feiert die "Jägerstätter-Botschafterin" Erna Putz ihren 80. Geburtstag. Seit beinahe fünf Jahrzehnten beschäftigt sich die Theologin aus Ohlsdorf mit dem Seligen Franz Jägerstätter (1907-1943), der als Kriegsdienstverweigerer von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Im Winter 1979 wurde die Kirchenzeitungs-Redakteurin nach St. Radegund geschickt, um eine Reportage über die kleine Pfarre zu verfassen. Der Pfarrer brachte sie dabei auch zur Mesnerin Franziska Jägerstätter, der Witwe des seliggesprochenen Widerstandskämpfers. Diese Begegnung habe das Leben von Erna Putz auf den Kopf gestellt, wie sie der Linzer Kirchenzeitung berichtete (aktuelle Ausgabe).
"Es war mir, als würden meine Hände zu brennen beginnen, wenn ich das nicht weitergäbe." So beschreibt es Erna Putz, als ihr Franziska Jägerstätter ein Bündel von Schriften ihres Mannes zeigte und als sie darin zu lesen begann. Zuerst habe die damals 33-jährige Journalistin vorgehabt, eine Pause von zwei bis drei Jahren zu machen, um sich Franz Jägerstätter widmen zu können. Doch seit ihrem Abschied von der Kirchenzeitung sind inzwischen 46 Jahre vergangen.
Erna Putz wurde Pfarrhaushälterin in Ostermiething, um in der Nähe von St. Radegund und Franziska Jägerstätter sein zu können. Pfarrhof, Pfarrheim und Kirche bezeichnete sie "als gute Struktur nach innen, um an Jägerstätter forschen und ihn bekannt machen zu können".
"Die Kirchenzeitung war mein Schlüssel nach außen", erklärte Putz: Das erste Jägerstätter-Gedenken zu seinem Todestag am 9. August hat die Kirchenzeitung 1983 mit einem Bildtext angekündigt. Das habe genügt, um ein enormes Medieninteresse loszutreten, würdigt die Linzer Kirchenzeitung das wirksame Engagement von Putz. Dazu zählten "die bis heute maßgebliche Jägerstätter-Biografie, die Herausgabe seiner Schriften und Briefe, die Plattform, die sie ehemaligen Wehrmachtssoldaten zur Aufarbeitung ihrer Traumata geboten hat, die Kontakte mit der Friedensbewegung bis in die USA".
Laut Linzer Kirchenzeitung habe der Einsatz ihrer früheren Mitarbeiterin letztlich auch zur Seligsprechung Franz Jägerstätters 2007 geführt. Die Übersetzungen ihrer Arbeiten in bislang 8 Sprachen zeugten "von der ungebrochenen Aktualität Jägerstätters". Durch den Kinofilm von Terrence Malick, der 2019 in Cannes Premiere hatte, habe die Bedeutung Jägerstätters einen weiteren, unerwarteten Impuls erhalten.
Angeregt durch den Film hat die internationale katholische Bewegung "Communione e Liberazione" Jägerstätter entdeckt. Mit Wanderausstellungen, in denen besonders das Ehepaar Franz und Franziska im Mittelpunkt steht, ist die Bewegung seit rund einem halben Jahr in mehreren Staaten Europas unterwegs - und mit ihnen Erna Putz als Referentin. Die Wanderausstellung "Franz und Franziska. Es gibt keine größere Liebe" hat bereits dutzende Städte bereist und wurde von tausenden Interessierten besucht.
Wanderausstellung und Publikumsliebling "Franz und Franziska. Es gibt keine größere Liebe" erzählt von Spiritualität in der Ehe und Liebe als Glaubenszeugnis - Hollywood Film "A Hidden Life" diente als Vorlage