Erzbischof Lackner würdigte Bildungszentrum als kirchlichen, theologischen, ökumenischen und interreligiösen "Hotspot" - Eröffnung der vier Jubiläumsausstellungen im Kunstraum
Salzburg, 01.05.2026 (KAP) Mit 250 Gästen aus Politik, Zivilgesellschaft, Kirche und Gesellschaft hat das Salzburger Bildungszentrum St. Virgil am Donnerstag (30. April) sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. In mehreren Programmpunkten standen Bildung, Kirche, Gesellschaft und Gastfreundschaft im Mittelpunkt, unter anderem in Talkrunden mit Vertreterinnen und Vertretern aus Erwachsenenbildung, Seelsorge, Zivilgesellschaft und Politik sowie mit Erzbischof Franz Lackner, wie die Erzdiözese berichtete. "Hier finden große Begegnungen statt - auch entscheidende Phasen unserer Erzdiözese", würdigte Lackner das Bildungshaus bei einer Talkrunde mit Landesrätin Daniela Gutschi und Bürgermeister Bernhard Auinger.
Kirchlich, theologisch, ökumenisch und interreligiös sei das Bildungszentrum ein "Hotspot", so Lackner, der unter anderem auf die geografische Lage von St. Virgil verwies, das zentral zwischen Bregenz, Graz und Wien gelegen ist. Auch Veranstaltungen würden Virgil zu einem Zentrum machen: So findet dort die gesamtösterreichische Pastoralwoche statt, in diesem Jahr auch eine Tagung der gesamteuropäischen Bischofskonferenz. Landesrätin Gutschi beschrieb St. Virgil als "Präsenzort, der auch in den nächsten 50 Jahren bestehen wird". Bürgermeister Auinger betonte: "Mich überraschen die Veranstaltungsformate immer wieder - ein Ort der Ruhe und der Begegnung."
Direktor Jakob Reichenberger und Wirtschaftsdirektor Reinhard Weinmüller führten durch die geschichtlichen Highlights von St. Virgil - von der Baugeschichte bis hin zu architektonischen Meilensteinen und geschichtlichen Ereignissen. Beim Abendprogramm "Virgil feiert" wurden im Kunstraum St. Virgil die vier Jubiläumsausstellungen - begleitet von Musikeinlagen - eröffnet. Unter dem Titel "Ein Kaleidoskop der Visionen" spannt das Programm den Bogen von erstmals gezeigten Highlights aus der gewachsenen Kunstsammlung über einen Rückblick auf die prägende Ausstellungsreihe "Der Bildhauer als Zeichner", eine Kabinettausstellung zum Architekten Wilhelm Holzbauer bis hin zur zeitgenössischen Grafik von Wolfgang Richter.
Das Bildungszentrum der Erzdiözese Salzburg veranstaltet jährlich rund 1.200 Programme mit etwa 30.000 Gästen. Gegründet 1976 im Umfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils, sollte St. Virgil zur Bildung und "Emanzipation im Glauben" beitragen sowie persönliche Entwicklung fördern, erklärte Direktor Jakob Reichenberger in einem Interview mit der Salzburger Kirchenzeitung "Rupertusblatt" (aktuelle Ausgabe). Früh habe man auf Schwerpunkte wie Frauenbildung und interreligiösen Dialog gesetzt. "In beiden Bereichen war St. Virgil ein Stück weit Vorreiter." Heute verstehe sich das Haus als Ort, der gesellschaftliche und kirchliche Bedarfe aufgreift und in Bildungsangebote übersetzt.
St. Virgil Direktor Jakob Reichenberger warnt vor Verlust des Miteinanders: "Das Riesenthema, das uns momentan überall betrifft, ist dieses fehlende Miteinanderreden und dieses Vereinzeln von Meinungen"