Welthaus lädt zu Workshops und Vorträgen über Folgen von Bergbau und Rohstoffabbau in Bolivien ein
Wien, 01.05.2026 (KAP) Umweltzerstörung, Klimakrise und soziale Ungleichheit: Indigene Aktivistinnen aus Bolivien informieren aktuell österreichweit mit Workshops und Vorträgen in Schulen und Pfarren über ihren Kampf um Lebensgrundlagen. Bergbau und Rohstoffabbau hätten einen negativen Einfluss auf indigene Gemeinschaften, so Agueda Colque und Lenny Espinoza von den Organisationen ISALP und CERDET. Verschmutztes Wasser, kontaminierte Lebensmittel und ungleich verteilte Gewinne aus dem Export von Mineralien bedrohten vielerorts die Lebensgrundlagen, so die Aktivistinnen, die auf Einladung des Welthauses Österreich über ihre Lebensrealitäten berichten. Am Donnerstag sprachen sie in der Wiener Pfarre St. Florian.
Die Frauen erzählten von Werten, die in ihrer indigenen Kultur sehr wichtig sind und das Leben sowie ihren Einsatz für Umwelt und Menschenrechte prägen: Von Fülle (abundancia), Gleichgewicht (equilibrio) und Weisheit (sabiduria), der Dualität zwischen Mann und Frau, und der Gemeinschaft, die mindestens so wichtig sei wie das Individuum. Auch machten Espinoza und Colque auf alternative Konzepte aufmerksam, die in ihren Gemeinschaften verankert sind. Dazu zählt etwa das Prinzip des "Buen Vivir" - des "guten Lebens" -, das auf Gemeinschaft und nachhaltigem Umgang mit Ressourcen basiert.
Ihre Organisationen setzen auf nachhaltige Landwirtschaft, Stärkung lokaler Gemeinschaften sowie Bildungs- und Unterstützungsangebote, die zur Verringerung von Gewalt gegen Frauen sowie zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen sollen, wie die beiden berichteten. Im Mittelpunkt stand zudem die Rolle von Frauen, die sich für Umwelt- und Menschenrechte engagieren.
Die Aktivistinnen sind rund einen Monat lang in Österreich unterwegs und besuchen Schulen, Pfarren und Organisationen, um den Austausch über globale Zusammenhänge zu fördern. (Info: https://welthaus.at/)
KU Linz im Dialog mit Bolivien
Unter dem Titel "Frauen. Umwelt. Zukunft" ist die Katholische Privat-Universität Linz (KU) im Dialog mit bolivarischen Frauen. Am 6. Mai 2026, um 19 Uhr, berichten die Anthropologin Alicia Cuiza Churqui und die Agraringenieurin Erika Rojas, wie ihre Arbeit in Organisationen indigene Gemeinschaften unterstützt - etwa durch Bildung, Handwerk, nachhaltige Landwirtschaft und Initiativen gegen strukturelle Ungerechtigkeit.
Cecilia Baldivieso de Witzany, Honorarkonsulin des plurinationalen Staates Bolivien, wird über die Vielfalt Bolivien sprechen. In ihrem Vortrag "Unrechtserfahrungen hören und emanzipatorische Praxis aufgreifen. Ökosoziale Ethik in einer multipolaren Welt", wird Katja Winkler vom Institut für Christliche Sozialwissenschaften eine "sozialethische Reflexion zur ökosozialen Frage in unserer globalisierten Welt" unternehmen, heißt es in einer Ankündigung der KU Linz.