Kirche in Florida schließt wegen Kürzung Heim für Migrantenkinder
01.05.202613:35
USA/Kirche/Politik/Migration/Soziales
Erzbischof spricht von "politischer Vergeltung" für Kritik an Migrationspolitik
Miami, 01.05.2026 (KAP/KNA) Schwerer Schlag für die kirchliche Migrantenhilfe im US-Bundesstaat Florida: Weil die US-Regierung einen Vertrag über elf Millionen Dollar (rund 9,4 Millionen Euro) kündigte, muss das kirchliche Hilfswerk Catholic Charities in der Erzdiözese Miami Dutzende Beschäftigte entlassen.
Wie der "Miami Herald" berichtet, verlieren mehr als 80 Beschäftigte bis Ende Juni ihre Arbeitsstelle. Zudem müsse das Bryan Walsh Children's Village im Süden Floridas schließen. Es galt bisher als zuverlässige Anlaufstelle für unbegleitete Kinder aus Kuba, Venezuela und Haiti.
Bereits vor einigen Wochen hatte die Erzdiözese die Mitteilung erhalten, dass die Mittel, mit denen auch das Heim betrieben wird, gestrichen werden. Damit endet eine jahrzehntelange Kooperation.
Erzbischof kritisiert die Regierung
Die zuständige Regierungsbehörde teilte mit, die Entscheidung sei schlicht deshalb getroffen worden, weil die Zahl der zu betreuenden unbegleiteten Migrantenkinder in der neuen Amtszeit von Präsident Donald Trump drastisch gesunken sei.
Miamis Erzbischof Thomas Wenski spricht von "politische Vergeltung" und kritisierte die Kürzung jüngst in einem TV-Interview. Der Regierung warf er vor, die katholischen Hilfswerke wegen ihrer anhaltenden Kritik an der verschärften Migrationspolitik bestrafen zu wollen. Dabei hob er den Wert der bisher geleiteten Arbeit hervor. "Wir haben das gut gemacht", betonte er. Vielen notleidenden Kindern sei geholfen worden.
Die Erzdiözese bestätigte überdies, dass 84 Mitarbeiter über die Entlassungen und die Schließung des Heims informiert worden seien.