Aung San Suu Kyi aus Isolationshaft in Hausarrest verlegt
01.05.202615:54
Myanmar/Politik/Regierung/Menschenrechte
80-jährige Friedensnobelpreisträgerin und populäre Politikerin saß seit dem Putsch von 2021 in Haft
Yangon, 01.05.2026 (KAP/KNA) Myanmars frühere Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist nach jahrelanger Isolationshaft in den Hausarrest verlegt worden. Sie dürfe den Rest ihrer Strafe in einer ihr zugewiesenen Unterkunft verbringen, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Anordnung von General und Staatschef Min Aung Hlaing. Die 80-Jährige saß seit dem Putsch von 2021 in Haft. Suu Kyi wird derzeit an einem geheimen Ort festgehalten. Ihre mittlerweile aufgelöste Partei NLD teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass sie den Hausarrest wahrscheinlich an einem Ort in der Hauptstadt Naypyidaw verbringen werde.
Beobachter werten die Überstellung in den Hausarrest als Zeichen dafür, dass sich die Anfang April eingesetzte - dem Namen nach zivile - Regierung um internationale Anerkennung bemüht. Die Vereinten Nationen begrüßten die neuen Entwicklungen. Der Beschluss, Suu Kyi unter Hausarrest zu stellen, sei ein "bedeutender Schritt" hin zu einem "glaubwürdigen politischen Prozess", sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, vor Journalisten.
Die Militärpartei USDP hatte im Januar die von der Militärjunta organisierte Parlamentswahl gewonnen. Demokratische Parteien waren von der Wahl ausgeschlossen.
Aung San Suu Kyi war nach dem Militärputsch 2021 festgenommen und in einer Serie von fragwürdigen Prozessen zu einer jahrzehntelangen Haftstrafe verurteilt worden. Diese wurde zuletzt schrittweise gesenkt - und nun zu einem Hausarrest umgewandelt. Im Jahr 2024 hatte Papst Franziskus der Politikerin den Vatikan als Exil angeboten.