Diözese Feldkirch setzt auf Prävention, Sensibilisierung und Beteiligung - Fokus auf sichere Räume für Kinder und Ehrenamtliche
Feldkirch, 02.05.2026 (KAP) Mehrere Pfarren in Vorarlberg arbeiten derzeit mit Unterstützung der Diözese Feldkirch an Schutzkonzepten zur Gewaltprävention. Ziel sei es, kirchliche Räume als sichere Orte, insbesondere für Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Personen zu gestalten, berichtete das "Vorarlberger KirchenBlatt" (aktuelle Ausgabe). Ein Schutzkonzept bedeute "Verantwortung aus Nächstenliebe", erklärte die Leiterin der Stabsstelle Prävention, Doris Bauer-Böckle.
Begleitet werden die Pfarren von der Stabsstelle Gewaltprävention sowie der Gemeindeberatung der Diözese. "Damit unsere Pfarren für alle - ob klein oder groß - ein echter Wohlfühlort bleiben, arbeiten viele von ihnen an ihrem Schutzkonzept", sagte Bauer-Böckle. Prävention dürfe dabei nicht mit Misstrauen verwechselt werden, sondern sei "Verantwortung aus Nächstenliebe".
Auch auf regionaler Ebene wird kooperiert: In der Seelsorgeregion Vorderland erarbeiten mehrere Pfarren ein gemeinsames Schutzkonzept. Laut Pfarrer Mathias Bitsche finden dazu übergreifende Treffen sowie lokale Arbeitsphasen statt, in denen etwa Risikoanalysen, Krisenpläne und Beschwerdestrukturen entwickelt werden. Die Fertigstellung ist bis Herbst geplant.
Als Beispiel nannte die Kirchenzeitung etwa die Pfarre Mariahilf in Bregenz, die sich früh mit entsprechenden Maßnahmen befasst hat. Gemeindeleiter Thomas Berger-Holzknecht verwies auf die große Zahl engagierter Kinder und Jugendlicher in Ministrantendienst, Jungschar und Sternsinger-Aktionen. Diese sollten die Pfarre als sicheren Ort erleben. Zudem habe man den Prozess bewusst so gestaltet, dass er inhaltlich fundiert und zugleich ressourcenschonend umgesetzt werden könne.
Die Verantwortlichen betonen, dass die Konzepte an die jeweiligen Bedürfnisse der Pfarren angepasst werden müssen und sich laufend weiterentwickeln. Entscheidend sei, dass ein Schutzkonzept nicht auf dem Papier bleibe, "sondern durch die Menschen gelebt wird", so Bauer-Böckle.
Die Stabsstelle Gewaltprävention der Diözese Feldkirch hat den Auftrag, haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende zu sensibilisieren und über Gewaltformen aufzuklären. Ziel ist es, durch Information und Vernetzung den Schutz vor Gewalt in allen kirchlichen Bereichen zu stärken.