Mariazell: Schatzkammern als "Tresore des Glaubens" geöffnet
02.05.202608:12
(zuletzt bearbeitet am 02.05.2026 um 13:30 Uhr)
Österreich/Kirche/Religion/Glaube
Erneuerung der Beleuchtungssysteme
Graz, 02.05.2026 (KAP) Die Schatzkammern der Basilika Mariazell sind seit Freitag wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Nach der Erneuerung der Beleuchtungssysteme können die historischen Votivgaben und Weihegeschenke bis 26. Oktober besichtigt werden. Die rund 160 Meter langen Emporengänge verbinden die beiden Kammern, die als "Tresore des Glaubens" gelten und seit Jahrhunderten Zeugnisse von Gebetserhörungen bewahren.
Im Zentrum der Sammlung stehen nicht materielle Werte, sondern persönliche Glaubensgeschichten. Die tausenden Votivgaben dokumentieren Bitten und Dank für Hilfe in existenziellen Situationen, von Krankheit, Krieg und Unfällen bis zu familiären Anliegen oder wirtschaftlichen Sorgen. Hinter jedem Objekt stehe eine individuelle Lebensgeschichte, verbunden mit Vertrauen und Hoffnung, wird der Mariazeller Superior P. Michael Staberl in der Kirchenzeitung der Diözese Eisenstadt "Martinus" (aktuelle Ausgabe) zitiert.
Historisch reichen die Schatzkammern bis ins 14. Jahrhundert zurück. Bereits 1359 ist ein eigener Hüter der Sammlung belegt. Zu den bedeutendsten Stücken zählt ein um 1364 entstandenes Schatzkammerbild, das besonders von ungarischen Pilgern verehrt wird. Auch Gaben von Habsburgern, Adeligen sowie kirchlichen Würdenträgern sind Teil der Sammlung.
Die heutigen Räume wurden im Zuge der Barockisierung der Kirche ausgestaltet und 1675 von Kaiser Leopold I. eröffnet. Originale Ausstattungselemente wie Nussholzschränke in der Südschatzkammer sind bis heute erhalten.