Profilierter reformorientierter Theologe lehrte an Universität Nijmegen und Tübingen
Bonn, 04.05.2026 (KAP/KNA) Der deutsche katholische Theologe Hermann Häring ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Häring starb bereits am 28. April, wie die Reformgruppe "Wir sind Kirche" am Montag unter Hinweis auf seine Familie mitteilte. Er galt als prägende Stimme einer kritischen, ökumenisch ausgerichteten Theologie im deutschsprachigen Raum.
Häring, 1937 in Pforzheim geboren, studierte in Tübingen. Dort war er von 1970 bis 1980 Mitarbeiter am Institut für ökumenische Forschung Tübingen unter Leitung von Hans Küng (1928-2021), der seinen wissenschaftlichen Werdegang in diesen Jahren unterstützt und betreut hatte. Von 1980 bis 2005 lehrte Häring an der Universität Nijmegen. Die Berufung auf die Professur wurde möglich, weil sich der damalige Utrechter Kardinal Johannes Willebrands als Großkanzler der Universität Nijmegen über römische Vorgaben hinweggesetzt hatte.
Nach seiner Emeritierung kehrte Häring nach Tübingen zurück, wo er als Autor von theologischen Büchern wirkte. Er stand nach eigenen Angaben in engem Kontakt zum Projekt Weltethos, das Hans Küng begründet hatte, und der Herbert Haag Stiftung sowie der Reformorganisation "Wir sind Kirche". Die "Initiative Kirche von unten" führte ihn als Ehrenmitglied. 2009 erhielt Häring den Herbert-Haag-Preis für "Freiheit und Menschlichkeit innerhalb der Kirche".