Bischofskonferenz-Vorsitzender Saure warnt nach Anschlägen auf kirchliche Einrichtungen in der Provinz Cabo Delgado vor weiterer Eskalation
Maputo/Rom, 04.05.2026 (KAP) Nach einer Serie von Terrorangriffen in Mosambik auf kirchliche Einrichtungen in der Provinz Cabo Delgado hat der Vorsitzende der nationalen Bischofskonferenz, Erzbischof Inácio Saúre, die Vorfälle scharf verurteilt und als "barbarisch" bezeichnet. In einem Statement für Radio Vatikan (Montag) sprach er von gezielter Zerstörung religiöser und sozialer Infrastruktur und rief eindringlich zu einem Ende der Gewalt auf.
Bei dem Angriff vom 30. April hatten bewaffnete Gruppen - die mutmaßlich mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbunden sind - den Ort Meza im Norden des Landes attackiert und die Kirche in der Diözese Pemba verwüstet. Die von Montfortanern 1946 gegründete Einrichtung gilt als eines der historischen Zentren der frühen Evangelisierung der Region. Bereits zuvor hatte es in der Region Cabo Delgado eine Serie von ähnlichen Attacken gegeben.
"Am späten Donnerstagnachmittag brannten die Angreifer die Pfarrkirche, das Sekretariat und die Residenz der Missionare nieder, verwüsteten den Kindergarten und ließen die gesamte Mission in Trümmern zurück", berichtete Erzbischof Saúre. Zusätzlich besorgniserregend sei die ideologische Dimension des Angriffs gewesen: "Als ob diese barbarische Zerstörung nicht schon genug wäre, verbreiteten die Angreifer erneut deutlich Hassbotschaften gegen die Christen."
Seit 2017 mehr als 100 Kirchen und Kapellen zerstört
Saúre warnte vor einer weiteren Eskalation und rief zu Dialog und gegenseitigem Respekt zwischen den Religionen auf. "Hört auf, Zerstörung und Tod zu säen, hört auf, zu Christenfeindlichkeit anzustacheln! Möge Islamfeindlichkeit niemals aufkommen, denn die Muslime sind nicht unsere Feinde, sie sind unsere geliebten Geschwister", erklärte er.
Die mosambikanischen Christen seien traditionell dem friedlichen Zusammenleben verpflichtet und lehnten Gewalt grundsätzlich ab; diese stehe auch "in völligem Widerspruch zu unserer Kultur des friedlichen Zusammenlebens zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser Überzeugungen in Mosambik". Zugleich rief der Erzbischof im Namen der Bischofskonferenz zu einem grundlegenden ethischen Konsens auf: "Der Gott Abrahams, der Gott Mohammeds und der Gott Jesu Christi ist kein Gott des Hasses und des Verbrechens, sondern ein Gott der Liebe."
Seit Beginn der Gewalt im Jahr 2017 sind in Cabo Delgado laut kirchlichen Angaben bereits mehr als 100 katholische Kirchen und Kapellen zerstört worden. Die Region zählt zudem zu den ärmsten des Landes, ist jedoch reich an Erdgas- und Rohstoffvorkommen, was den Konflikt zusätzlich verschärft. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks wurden allein 2025 mehr als 110.000 Menschen vertrieben.