Katholische Aktion: Jede Form von Nazismus bekämpfen
04.05.202617:15
Österreich/Kirche/Gesellschaft/Extremismus
KAÖ-Präsident Kaineder vor "Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus": "Wir schulden es den Opfern der NS-Zeit, heute gegen die Normalisierung nationalsozialistischer und rechtsextremer Codes vorzugehen"
Wien, 04.05.2026 (KAP) Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) ist besorgt über die im neuen Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 ausgewiesene Zunahme extremistischer Taten in Österreich. Das Gedenken an die Opfer früherer Ereignisse erfordere auch "im Hier und Jetzt zu handeln", erklärte die kirchliche Laienorganisation am Montag mit Blick auf den am Dienstag bevorstehenden "Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus".
Gedenken beinhalte auch die Wachsamkeit gegenüber neu aufkeimenden Formen des Nazismus und dessen Umtrieben im Internet, rief KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder auf. "Wir schulden es den Opfern der NS-Zeit, heute gegen die Normalisierung nationalsozialistischer und rechtsextremer Codes vorzugehen", betonte er: "Ein Gedenken ohne gleichzeitigen Kampf gegen jede Form von Nazismus, auch jene hinter der Maske populistischer Strömungen, bleibt den Opfern etwas schuldig", so Kaineder.
Angesichts vielfältiger Formen von Rassismus sieht die Katholische Aktion kritische Bildung als Auftrag an Bildungsinstitutionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Nur wer nationalsozialistische und rechtsextreme Codes erkenne und Rassismus im Alltag als solchen identifizieren könne, werde dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gerecht.
Laut dem am Montag veröffentlichten Verfassungsschutzbericht stieg im Vorjahr die Zahl der registrierten Tathandlungen im Bereich des Rechtsextremismus um rund 34 Prozent an. Die KAÖ verwies zudem auf den jüngsten Rassismus-Report des Vereins Zara, in dem die Anlaufstelle von steigendem Antisemitismus im Netz berichtet und den Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW).