Kurienkardinal stellt klar, dass die vor einem Jahr veröffentlichte deutsche Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft" nicht die Zustimmung des Glaubensdikasteriums hat
Vatikanstadt, 06.05.2026 (KAP/KNA) Der vatikanische Glaubenspräfekt Víctor Fernández hat sich mit einer Klarstellung in die Debatte um Segnungsfeiern für Paare, die nicht kirchlich heiraten können oder wollen, darunter auch homosexuelle Paare, eingeschaltet. Das Portal "Vatican News" verbreitete am Mittwoch eine Erklärung von Kardinal Fernández, aus der unmissverständlich hervorgeht, dass sein kritischer Brief vom 18. November 2024 auch für die später korrigierte Fassung der deutschen Handreichung für Segnungsfeiern gilt.
Die Segens-Handreichung hatten die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und der Laien-Dachverband ZdK am 23. April 2025 vorgelegt. Im Vorfeld gab es einen Briefwechsel zwischen dem in der DBK für Liturgiefragen zuständigen Trierer Bischof Stephan Ackermann und Fernández. Die Kritik des Kardinals führte damals zu einigen Korrekturen, deren Bewertung bisher unterschiedlich ausfiel.
Kritik auch am neuen Segnungstext
Nun stellte der oberste Glaubenshüter im Vatikan klar, dass auch der definitive, modifizierte Text der Deutschen in Wahrheit nicht die vatikanische Kritik umsetze. Auch in ihrer korrigierten Fassung biete die Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft" eine Art Liturgie an, die aber von der Vatikan-Erklärung Fiducia Supplicans vom Dezember 2023 explizit ausgeschlossen worden sei.
Schon bei seinem letzten Treffen mit einer Delegation deutscher Bischöfe im November 2025 habe Fernández Bischof Ackermann "klar gesagt", dass der im Jahr zuvor verfasste kritische Brief zu dem Segnungstext die "einzige und letztgültige" vatikanische Antwort auf den Vorstoß der Bischöfe sei. "Was damals in dem Brief gesagt wurde, gilt auch für den Text der jetzigen Handreichung, die nicht die Zustimmung des Glaubensdikasteriums hat", so Fernández gegenüber "Vatican News".
Papst Leo XIV. hatte am 23. April auf dem Rückflug von seiner Afrikareise gegenüber Journalisten gesagt: "Der Heilige Stuhl hat bereits mit den deutschen Bischöfen gesprochen und geklärt, dass wir nicht mit der förmlichen Segnung von Paaren, in diesem Fall von gleichgeschlechtlichen Paaren, einverstanden sind." Anlass für die kritischen Äußerungen des Papstes war die Umsetzung der Segens-Handreichung in der Erzdiözese München und Freising durch Kardinal Reinhard Marx.
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