Wien-Ausgabe anlässlich des ESC bildet das Wahrzeichen Österreichs ab - Domexpertin Fenzl: Comic-Darstellung gut gelungen
Wien, 06.05.2026 (KAP) Der Wiener Stephansdom bildet die seltene Kulisse für einen Comic-Strip des "Micky Maus Magazins": Donald Duck mit seinen Neffen Tick, Trick und Track und Freundin Daisy schlendern in der jüngsten, dem European Song Contest (ESC) gewidmeten Ausgabe (Nr. 11/26) über den Stephansplatz, um dort eine verschwundene Geige der Marke "Duckivari" zu suchen. Die gotische Kathedrale betreten die Enten nicht, sondern sie ereifern sich über die Menschenmenge, die sich vor der Kirche drängt, manche davon mit Fahnen und Transparenten.
Bei ihrer Tour durch die Musikstadt Wien kommen die drei Enten außerdem zur Stadthalle - wo zufällig gerade ein "Liedfest" stattfindet -, in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus und in den Tierpark. Sie begegnen der Wiener Müllabfuhr, nutzen Leihfahrräder und die Straßenbahn. Verwiesen wird in einem Infokasten darauf, dass Wien von der Zeitschrift "The Economist" unter anderem wegen des umweltfreundlichen Verkehrs mehrfach zur lebenswertesten Stadt gekürt wurde.
Der in einer Szene im Hintergrund stilisiert gezeichnete Stephansdom ist in Ansätzen gut erkennbar: Deutlich sind die beiden romanischen Heidentürme der Westfassade, die daran anschließende Herzogskapelle mit ihren gotischen Spitzbogenfenstern, das Zickzackmuster des großen Daches und der Südturm, der 137,5 Meter hohe "Steffl" zu sehen. Im Innenteil des Heftes findet sich auf der Rückseite des Heftposters ein Originalfoto der Kirche, mit einer Information für die Leserschaft, dass der Bau für den weltbekannten Dom schon im 12. Jahrhundert begonnen wurde.
Zeichner hat gut hingesehen
Durchaus einverstanden mit der Darstellung des Stephansdoms ist Annemarie Fenzl, frühere langjährige Leiterin des Wiener Diözesanarchivs. Besonders was den hohen Turm betrifft: "Gut erkannt haben die Zeichner, dass der Turm viereckig beginnt - Symbol für die feste Verankerung im Boden - dann aber in acht und schließlich zwölf Ecken weiter nach oben läuft, stellvertretend für die zwölf Apostel, aus deren Mitte heraus sich schließlich das Turmkreuz als Zeichen für Christus befindet", so die Historikerin gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Die Dreiteilung verweise auf die Dreifaltigkeit Gottes, "so wie der ganze Dom ein Symbol ist".
Fenzl hat in den 1980er Jahren die Kinderführungen durch den Dom entwickelt. Wie kaum jemand anderer ist sie mit jeder Ecke des Domes vertraut - und damit, was Kinder daran interessiert. "Bei den Kinderführungen beginnen wir beim Riesentor, wo die Kinder von den vielen Sagen rund um den Stephansdom hören, dann gehen wir hinunter in die Katakomben zu den Überresten der verstorbenen Wienerinnen und Wiener. Dort sprechen wir über Tod und Auferstehung und versuchen, den Kindern Ängste zu nehmen - was immer gelingt." Dass der Dom nun auch bei Walt Disney vorkomme, "wird er aushalten" - auch wenn er in der Geschichte nur als stumme Kulisse diene, so die Expertin.
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