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Hilfsorganisation
Bild Copyright: © Robert Mitscha-Eibl/Kathpress

Europas Caritas-Verbände beraten in Zagreb über soziale Innovation

07.05.2026 12:05
Kroatien/Österreich/Hilfsorganisation/Soziales/Gesellschaft/Kirche/Europa/Caritas/Personalia/Landau
Hilfsorganisation will angesichts von Krieg, wachsender Armut und gesellschaftlicher Polarisierung neue Ansätze verfolgen - Nachfolger für Michael Landau als Caritas-Europa-Präsident ab 2027 gewählt
Zagreb, 07.05.2026 (KAP) Mit Beratungen über soziale Innovationen im Kampf gegen Armut und sozialer Ausgrenzung ist am Donnerstag in Zagreb die diesjährige Regionalversammlung von Caritas Europa zu Ende gegangen. 125 Delegierte der 49 nationalen Caritas-Verbände aus 46 Ländern befassten sich dabei seit Montag mit den Auswirkungen wachsender Ungleichheiten, gesellschaftlicher Polarisierung und des anhaltenden Krieges in der Ukraine auf die soziale Arbeit in Europa. Zum Abschluss der Tagung in der kroatischen Hauptstadt wurde auch eine neue Caritas-Europa-Leitung für die Mandatsperiode 2027 bis 2031 gewählt.

Der derzeitige Präsident von Caritas Europa, Michael Landau, verwies in seiner Eröffnungsrede auf die schwieriger werdenden Rahmenbedingungen für die Arbeit kirchlicher Hilfsorganisationen. "Die Ungleichheiten werden tiefer und die humanitären Bedürfnisse werden immer komplizierter. Der Krieg wütet weiterhin auf unserem Kontinent und verursacht unsägliches Leiden", sagte Landau mit Blick auf die Ukraine und verband dies mit einem Appell zur europäischen Solidarität.

Zugleich betonte Landau, es werde zunehmend schwieriger, die Grundbedürfnisse jener Menschen zu decken, die sich bereits zuvor in prekären Lebenslagen befunden hätten. Die Caritas wolle weiterhin besonders jenen nahe sein, die leiden und am Rand der Gesellschaft stehen. "Soziale Innovation ist essenziell, wenn wir unseren Auftrag erfüllen wollen, Menschen in verletzlichen Situationen zu begleiten", erklärte Landau laut Aussendung von Caritas Europa. Innovative Ansätze ermöglichten es, näher an den betroffenen Gemeinschaften zu arbeiten und nicht nur akute Not zu lindern, sondern auch die Ursachen von Ausgrenzung und Verwundbarkeit anzugehen.

Lokale Gemeinschaften als Akteure

Caritas Europa stellte bei der Konferenz ein eigenes Modell sozialer Innovation vor. Dieses setzt auf einen gemeinschaftsorientierten Ansatz, der lokale Beteiligung, gemeinsames Entwickeln von Lösungen und kontinuierliches Lernen in den Mittelpunkt stellt. Ziel sei es, Gemeinschaften zu stärken und nachhaltige Verbesserungen der Lebensbedingungen zu erreichen. Gemeinschaften sollten nicht bloß Empfänger von Hilfe sein, sondern als aktive Gestalter gesellschaftlicher Veränderung eingebunden werden. Lösungen müssten zudem erprobt, angepasst und langfristig ausgebaut werden können.

Anwesend war auch der UN-Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte, Olivier De Schutter. In seiner Grundsatzrede hob er die Bedeutung sozialer Innovationen im Kampf gegen Armut hervor. Als Beispiele nannte er Gemeinschaftsgärten, Lebensmittel-Sharing oder Modelle für leistbares Wohnen. Solche Ansätze stärkten die Rolle lokaler Gemeinschaften bei der Bewältigung sozialer Probleme. Zugleich warnte De Schutter vor einer zunehmenden Erosion sozialer Bindungen und gesellschaftlichen Zusammenhalts.

De Schutter kritisierte zugleich die Grenzen rein wachstumsorientierter Wirtschaftsmodelle. Notwendig seien Ansätze, die soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Nachhaltigkeit stärker in den Mittelpunkt stellten. "Soziale Innovation bedeutet nicht nur, mit der Gemeinschaft zu arbeiten, sondern durch die Gemeinschaft, um den Bedürfnissen ihrer Mitglieder besser gerecht zu werden. Eine der größten Bedrohungen, mit denen heutige Gesellschaften konfrontiert sind, ist die Erosion sozialer Bindungen und des sozialen Zusammenhalts", so der Sonderberichterstatter.

Hilfe nach dem Erdbeben

Noch vor Beginn der eigentlichen Beratungen erhielten die Teilnehmer Einblicke in Projekte der Gastgeberorganisation Caritas Kroatien. Besucht wurden unter anderem Einrichtungen für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, ältere und hilfsbedürftige Personen sowie Jugendliche. Einen Lokalaugenschein gab es zudem in der Region Banovina südöstlich von Zagreb, die vom schweren Erdbeben 2020 betroffen war. Kroatiens Bauminister Branko Bacic verwies dabei auf die enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Caritas beim Wiederaufbau zerstörter Häuser.

Der Vorsitzende der Caritas Kroatien, Bischof Bozo Rados, bezeichnete die Caritas bei der Begrüßung als "große Familie, verbunden durch den gleichen Glauben, die gleiche Sendung und die gleiche Sorge für den Menschen". Europa und die Welt trügen weiterhin viele Wunden, sagte der Bischof von Varazdin. Solche Treffen böten daher Gelegenheit zu gegenseitiger Ermutigung, zum Austausch von Erfahrungen sowie zur "Rückkehr zur Quelle". "Und die Quelle der Caritas ist immer das Evangelium", betonte Rados.

Letztes Amtsjahr für Landau

Zum neuen Präsidenten von Caritas Europa ab Mai 2027 wurde der britische Bischof John Arnold gewählt. Neue Vizepräsidentin wird Maria Krabbe Hammershoy. Michael Landau, früherer Präsident der Caritas Österreich und seit 2020 Präsident von Caritas Europa, konnte statutengemäß nach zwei Amtsperioden nicht erneut kandidieren. Zudem wurden Vertreter mehrerer nationaler Caritas-Organisationen in den Exekutivausschuss gewählt. Mit der Schwedin Vanessa Glimelius wurde außerdem erstmals eine Jugendvertreterin in das Leitungsgremium entsandt.

(Website Caritas Europa: www.caritas.eu)
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