Papst sprach mit US-Außenminister Rubio über Lage in Nahost
07.05.202617:15
(zuletzt bearbeitet am 07.05.2026 um 17:16 Uhr)
Vatikan/USA/Papst/Diplomatie/Regierung/Krieg
Laut Vatikan-Kommunique gab es "Meinungsaustausch über die regionale und internationale Lage, mit besonderem Augenmerk auf Länder, die von Krieg, politischen Spannungen und schwierigen humanitären Situationen geprägt sind" - "Notwendigkeit, unermüdlich für den Frieden zu arbeiten" betont
Vatikanstadt, 07.05.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat US-Außenminister Marco Rubio am Donnerstag zu Gesprächen im Vatikan empfangen. Laut US-Außenministerium ging es um die Lage im Nahen Osten sowie "Themen von gemeinsamem Interesse in der westlichen Hemisphäre". Im anschließenden Gespräch mit dem päpstlichen Chefdiplomaten, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, und dem Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Gallagher, seien explizit die Anstrengungen zur Erreichung eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten besprochen worden.
Nach Angaben des Heiligen Stuhls fand im Vatikan "ein Meinungsaustausch über die regionale und internationale Lage statt, mit besonderem Augenmerk auf Länder, die von Krieg, politischen Spannungen und schwierigen humanitären Situationen geprägt sind". Weiter habe man "über die Notwendigkeit, unermüdlich für den Frieden zu arbeiten" gesprochen.
Die Begegnung folgte auf eine Reihe von Verbalattacken aus Washington: US-Präsident Donald Trump hatte Leo XIV. wiederholt angegriffen und unter anderem behauptet, der Papst befürworte Atomwaffen im Iran. Der Papst wies die wiederholten Vorwürfe stets zurück und betonte, sein Engagement für Frieden fortsetzen zu wollen - ohne Angst vor der US-Regierung.
In ihren Mitteilungen betonten Vatikan wie Washington am Donnerstag ihre intakten diplomatischen Beziehungen. Laut Vatikan wurde das gemeinsame Engagement für die Pflege guter bilateraler Beziehungen zwischen beiden bekräftigt. Das US-Außenministerium teilte mit: "Das Treffen unterstrich die starken Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Heiligen Stuhl sowie ihr gemeinsames Engagement für die Förderung von Frieden und Menschenwürde."
Gespräch "über alles, was in diesen Tagen geschehen ist"
Kardinalstaatssekretär Parolin hatte noch am Mittwochabend laut "Vatican News" erklärt, dass die Initiative für den Vatikanbesuch von Außenminister Rubio ausgegangen sei. Letzterer hatte zuvor auf einer Pressekonferenz in Washington gesagt, bei der Papstaudienz sollte es vor allem um die Themen Religionsfreiheit und Christenverfolgung gehen, das Treffen habe nichts mit den Wortgefechten zwischen Trump und Leo XIV. über den Iran-Krieg zu tun.
Parolin gab jedoch im Vorfeld zu verstehen, man werde "über alles sprechen, was in diesen Tagen geschehen ist". Zu Trumps Angriffen auf Leo XIV. sagte der Kardinalstaatssekretär, es erscheine ihm "zumindest seltsam", den Papst auf diese Weise anzugreifen oder ihm Vorwürfe zu machen.
Die wiederholt geäußerte Behauptung Trumps, der Papst akzeptiere iranische Atomwaffen und gefährde damit viele Menschen, sei "sicherlich keine korrekte Behauptung", betonte der Kardinalstaatssekretär laut "Vatican News". Der Heilige Stuhl habe sich stets für nukleare Abrüstung eingesetzt und tue dies weiterhin.
Vatikan pocht auf Dialog
Weitere Vorschläge des Heiligen Stuhls zum Konflikt mit dem Iran werde es nicht geben, der Vatikan setze weiterhin auf Dialog: "Diese Konflikte können nicht mit Gewalt gelöst werden, sondern müssen verhandelt und durch Verhandlungen gelöst werden. Es braucht Verhandlungen in gutem Willen und aufrichtiger Weise", so Parolin, der die Politik des Vatikans koordiniert.
Auf eine mögliche Annäherung im Verhältnis zur US-Regierung angesprochen, sagte der Chefdiplomat des Papstes, es sei "noch verfrüht", über ein mögliches Telefonat zwischen Leo XIV. und Trump zu sprechen. Der Papst sei jedoch "für alle Optionen offen" und habe sich "nie jemandem verweigert", so Parolin.
Sollte ein direktes Gespräch mit Trump vorgeschlagen oder erbeten werden, "hätte er sicherlich keine Schwierigkeiten, es anzunehmen". Parolin betonte, die USA seien weiterhin ein wichtiger Gesprächspartner des Heiligen Stuhls.