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Ordensfrau: Proteste überschatten Friedensbeitrag der Biennale

11.05.2026 12:22
Italien/Vatikan/Kunst/Ausstellungen/Konflikte/Kirche/Biennale
Benediktinerin und Hochschul-Professorin Zátonyi an Vatikan-Pavillon zu Hildegard von Bingen beteiligt
Venedig/Rom, 11.05.2026 (KAP) Schwester Maura Zátonyi, Mitarbeiterin des Vatikan-Pavillons bei der 61. Biennale in Venedig, sieht den Kern der Kunstschau in Gefahr. "In den Nachrichten erscheint die Biennale in diesen Tagen leider nur mit negativen Schlagzeilen; es ist dennoch nicht die gesamte Realität, eher nur ein kleiner, trauriger Ausschnitt", sagte die Benediktinerin der Nachrichtenagentur Kathpress am Wochenende.

Auch sie habe am Rande der Eröffnung in Venedig Demonstrationen gegen Russland und Israel erlebt, so die aus Ungarn stammende Ordensfrau, die an der Benediktiner-Hochschule Sant'Anselmo in Rom lehrt. Doch habe zum Beispiel der Vatikan mit seinem Pavillon "eine starke Botschaft des Friedens gesetzt". Die Stadt Venedig strahle zudem die Liebe zur Schönheit aus. "Das ist stärker als Spannungen und Konflikte, selbst wenn die Nachrichten letztere aufgreifen."

Vatikan-Pavillon zu Hildegard von Bingen

Dass der Vatikan für seinen Biennale-Beitrag Hildegard von Bingen (1098-1179) als Inspirationsquelle wählte, sei eine "wunderbare Anerkennung" für die Heilige, so die Gründerin der Hildegard-Akademie. Damit stehe die berühmte Komponistin, Dichterin und Mystikerin "sozusagen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der gesamten Kunstwelt und sogar darüber hinaus", sagte Schwester Maura. "Mit der Biennale beginnt vielleicht eine neue, intensive Phase, in der Hildegards Botschaft für unsere Zeit neu erschlossen und aktualisiert wird."

Die Benediktinerin lieferte den wissenschaftlichen Hintergrund für die rund 25 internationalen Kunstschaffenden, die an dem zweiteiligen Vatikan-Projekt in Venedig arbeiteten. Darunter sind der im März gestorbene deutsche Filmemacher Alexander Kluge, der den Pavillon-Titel "Das Ohr ist das Auge der Seele" sowie Kurzfilme und Bildcollagen zu Hildegards Handschriften lieferte, die Kuratoren Hans-Ulrich Obrist und Ben Vickers sowie das "Sound Collective".

"Mystischer Garten" und Skriptorium

Den ersten Teil bildet der "Mystische Garten" im Klostergarten der Unbeschuhten Karmeliten nahe Venedigs Bahnhof. Besucher wandeln mit einem Kopfhörer durch den idyllischen Garten voll Duft und Farbenpracht und tauchen in eine Klangwelt, für die sich bedeutende Künstler durch die Musik der Heiligen Hildegard inspirieren ließen.

Der zweite Teil des Pavillons befindet sich in der ehemaligen Kirche Santa Maria Ausiliatrice, wo ein Skriptorium mit Werken der Heiligen eingerichtet ist. Die dort präsentierten Bücher, kritische Editionen und internationale Werke, basieren auf einer Literaturliste der Hildegard-Akademie. Ebenso sind Benediktiner-Schwestern an einer Musikinstallation mit Gesängen der heiligen Hildegard beteiligt.
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