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Erzbischof Visvaldas Kulbokas
Bild Copyright: © Kirche in Not / ACN

Nuntius in Kiew warnt vor wachsender Erschöpfung der Bevölkerung

12.05.2026 10:22
Ukraine/Vatikan/Krieg/Kirche/Diplomatie/Hilfsorganisation
Vatikandiplomat Kulbokas: Lage für unter Kriegsfolgen leidende Bevölkerung in der Ukraine "sehr schwierig" - Erzbischof beobachtet gleichzeitig zunehmende Suche nach Glauben und Orientierung
Kiew/Wien, 12.05.2026 (KAP) Erzbischof Visvaldas Kulbokas, Apostolischer Nuntius in der Ukraine, beschreibt die Lage im Land als "sehr schwierig". Im Gespräch mit dem internationalen päpstlichen Hilfswerk "Kirche in Not" (ACN; Dienstag) berichtete er von wachsender Erschöpfung in der Bevölkerung und schweren Belastungen für Familien. Der Heilige Stuhl engagiere sich weiterhin bei humanitären Fragen, etwa mit Blick auf Gefangene, Vertriebene und die Rückführung ukrainischer Kinder aus Russland, sagte Kulbokas. Diese Bemühungen seien jedoch komplex und von der internationalen Zusammenarbeit abhängig.

Seit mehr als vier Jahren leidet die Bevölkerung in der Ukraine unter den Folgen des Krieges, die Dauerbelastung werde immer deutlicher spürbar, berichtete der Vatikandiplomat. Viele Menschen schlafen schlecht wegen nächtlicher Angriffe und sind psychisch erschöpft. Trotz der schwierigen Bedingungen versuchten Familien, ihren Alltag aufrechtzuerhalten.

Die zurückliegenden Wintermonate waren besonders hart. "Viele Familien hatten weder Heizung noch Strom", erklärte Kulbokas. Humanitäre Organisationen unterstützen die Bevölkerung mit Generatoren und Kochgeräten, doch der Bedarf bleibe groß.

Insbesondere in der Nähe der Front herrschten Angst und Unsicherheit. Wegen Drohnenangriffen und Minengefahr könnten sich Menschen oft nur zu bestimmten Tageszeiten bewegen, sagte der Nuntius. Auch der Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder medizinischer Versorgung bleibe vielerorts problematisch.

Besonders betroffen seien Kinder und Familien. In einigen Regionen finde der Unterricht in unterirdischen Schutzräumen statt. Fluchtbewegungen veränderten ganze Städte und Gemeinden: Manche Orte verlören viele Einwohner, während andere zahlreiche Vertriebene aufnehmen.

Zunehmende Suche nach Glauben und Orientierung

Trotz der schwierigen Lage bleibt die Kirche in vielen Regionen präsent. Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter leisteten humanitäre Hilfe und begleiteten die Menschen seelsorglich. Auch an der Front sind Priester im Einsatz. "Manchmal besteht ihre Aufgabe einfach darin, bei den Menschen zu bleiben; sie beten und feiern die Messe in Luftschutzkellern und Bunkern - oft in Situationen ständiger Gefahr aufgrund drohender Angriffe", sagte Kulbokas.

Zugleich beobachte er eine wachsende Offenheit für religiöse Fragen, berichtete der Papst-Gesandte. "Die Sehnsucht nach Gott nimmt in der Nähe der Front signifikant zu", erklärte der Nuntius. Als Beispiel schilderte Kulbokas die Geschichte eines jungen Mannes, der durch den Krieg vertrieben worden sei und ursprünglich weder ein Kreuz noch eine Kirche gekannt habe. Durch die Begegnung mit einem Priester habe er zum Glauben gefunden und sei später ins Priesterseminar eingetreten.

"Kirche in Not" unterstützt die katholische Kirche in der Ukraine seit Beginn des Krieges mit umfangreichen Hilfsmaßnahmen. Das Hilfswerk fördert nach eigenen Angaben unter anderem die Ausbildung und den Einsatz von Priestern und Ordensleuten, die Betreuung von Binnenflüchtlingen, Traumahilfe sowie die Versorgung kirchlicher Einrichtungen mit Generatoren und Heizmaterial.
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