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Josef Grünwidl an der Orgel
Kultur
Bild Copyright: © SCHOENLAUB

Wiener Erzbischof: ESC muss der Völkerverständigung dienen

12.05.2026 07:54
(zuletzt bearbeitet am 12.05.2026 um 13:41 Uhr)
Österreich/Musik/Krieg/Kirche/Europa
Erzbischof Josef Grünwidl: "Musik ist eine Sprache, die die ganze Welt versteht und über religiöse Grenzen hinweg verbindet" - "Entschieden gegen Antisemitismus"
Rom/Wien, 12.05.2026 (KAP) Mit Blick auf die Proteste gegen Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC) ruft der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl zu Besonnenheit auf. "Musik ist eine Sprache, die die ganze Welt versteht und über religiöse Grenzen hinweg verbindet", sagte Grünwidl im Interview mit Kathpress am Montagabend in Rom. "Ich hoffe, dass der Eurovision Song Contest auch in diesem Sinn völkerverbindend ist", so der neue Wiener Erzbischof, der nach einer Privataudienz bei Papst Leo XIV. am Montag derzeit mehrere Antrittsbesuche im Zentrum der Weltkirche absolviert.

Zur Frage eines Ausschlusses Israels von dem Musikwettbewerb, dessen 70. Ausgabe am Wochenende in Wien ausgetragen wird, wollte sich Grünwidl nicht äußern. Man müsse das "nüchtern und differenziert betrachten".

"Entschieden gegen Antisemitismus"

Eindeutig sei die katholische Kirche in der Frage, wie mit wachsender Judenfeindlichkeit umzugehen ist, so Grünwidl; Antisemitismus sei "ganz entschieden entgegenzutreten". In Österreich gebe es Platz für jüdisches Leben - "und dafür sind wir sehr dankbar".

Weiter verwies der Erzbischof auf den Rat der Religionen in Wien, in dem alle großen Religionsgemeinschaften vertreten sind. Er sei persönlich auch in gutem Kontakt mit dem Oberrabbiner, mit dem Präsidenten der Israelischen Kultusgemeinschaft.

Für den ESC stellten alle Religionsgemeinschaften Österreichs gemeinsam ein spirituelles Angebot bereit, sagte Grünwidl. Man sei vertreten in einem Zelt, wo Menschen "mit Vertretern der verschiedenen Religionen ins Gespräch kommen und Fragen stellen können". Da werde es vielleicht auch um Israel, den Konflikt im Gazastreifen und überhaupt die Stellung Israels gehen. "Dann haben wir Gelegenheit, die Haltung der Kirche deutlich zu machen", so der Erzbischof.

"Für ESC-Musik ein bisschen zu alt"

Grünwidl (63), der neben Theologie auch Orgel studiert hat und Klavier spielt, bezeichnete sich als Fan klassischer Musik, etwa von Bach, Schubert, Beethoven oder Mozart. "Da fühle ich mich zu Hause - und das ist Musik, die mir Kraft gibt und die ich gut verstehen kann", sagte er. "Für die Musik, die beim ESC aufgeführt wird, bin ich schon ein bisschen aus dem Alter heraus." Das sei freilich keine Abwertung, "sondern einfach mein persönlicher Musikgeschmack".

Zur Frage, inwieweit er überhaupt noch Zeit für die Musik habe, sagte Erzbischof Grünwidl: "Mein Orgelstudium an der Musikuniversität ist 35 Jahre her. Ich habe in den letzten Jahren kaum mehr gespielt. Aber ich habe ein Klavier in meiner Wohnung, und ab und zu am Abend, wenn Zeit ist und wenn ich noch Energie habe, setze ich mich ans Klavier und spiele für mich zur Entspannung. Sehr gerne Bach, aber auch Schubert, Beethoven, Mozart."

Beeindruckt von Beethoven

Schließlich kam der Erzbischof auch darauf zu sprechen, dass 2027 der 200. Todestag Beethovens begangen wird, der in Wien starb. Grünwidl zeigte sich über die musikalischen Vorhaben sichtlich gut informiert: "Beethoven ist im kommenden Jahr sehr stark bei uns im Konzertprogramm vertreten. Unter anderem wird der Pianist Igor Levit mehrfach in Wien gastieren. Auch Beethovens einzige Oper Fidelio wird sicher aufgeführt."

Für ihn sei Beethoven ein Komponist, "der ständig bis an die Grenze geht und nicht selten darüber hinaus, sodass man oft seine Tempoanweisungen nicht umsetzen kann, oder der auch Sängerinnen und Sängern das Äußerste abverlangt." Nachsatz: "Diese unbändige Gewalt und Kraft in seiner Musik beeindruckt mich."

Allein Beethovens Klaviersonaten seien ein "eigener unergründlicher Kosmos", so der Erzbischof: "Da komme ich mir ganz klein mit Hut vor, denn gerade die späten Klaviersonaten sind von technischen Anforderungen höchsten Ausmaßes geprägt, da komm ich dann als Hobbymusiker nicht mehr mit."
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