In Kärnten schlichte Messe in Pfarrkirche Bleiburg
Wien/Zagreb, 13.05.2026 (KAP) Der von der Kroatischen Bischofskonferenz mitveranstaltete Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an die Opfer der "Tragödie von Bleiburg" im Jahr 1945 findet heuer erneut im kroatischen Macelj statt. Militärbischof Jure Bogdan wird dort am kommenden Samstag zu Mittag die Messe feiern, wie die kroatische katholische Nachrichtenagentur IKA meldet. Zuvor gibt es eine Andacht auf dem Zentralfriedhof in Zagreb, zu der u. a. Parlamentspräsident Gordan Jandrokovic erwartet wird.
Der jährliche zentrale Gedenkgottesdienst war bis 2019 auf dem Loibacher Feld bei Bleiburg (Pliberk) in Kärnten abgehalten worden. Wegen des Erscheinens rechtsextremer Einzelpersonen und Verbände, die auch nationalsozialistische und faschistische Symbole zeigten, hatte das vom Verein "Bleiburger Ehrenzug" organisierte Gedenktreffen in Österreich immer wieder für Kritik gesorgt, auch von der örtlich zuständigen Diözese Gurk. Regelmäßig gab es zudem Festnahmen wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz. 2022 billigte ein Parlamentsausschuss in Wien einen Expertenbericht, der ein Verbot nach dem Versammlungsgesetz forderte.
Den in Kärnten stattfindenden kirchlichen Teil des kroatischen Totengedenkens bildet seither eine Kranzniederlegung und eine Messe in der Pfarrkirche Bleiburg (Pliberk). Diese Feier wird heuer am Freitagabend der kroatische Dominikaner-Provinzial Tomislav Kraljevic leiten. Schon in den vergangenen Jahren hatte es für den Gottesdienst klare Auflagen gegeben, um den rein religiösen Charakter eines Totengedenkens im Rahmen einer Messe zu wahren und eine politische Instrumentalisierung hintan zuhalten.
Massenmord nach Kriegsende
Historischer Hintergrund für das Gedenken ist die Ermordung Zehntausender Ustascha-Soldaten, ihrer Angehörigen und anderer mit Nazi-Deutschland verbündeten Truppen unmittelbar nach Kriegsende im Mai 1945. Die im Gebiet von Viktring und Bleiburg bereits entwaffneten Soldaten des Hitler-Vasallenstaates Kroatien wurden mit ihren Familienangehörigen von der britischen Besatzungsmacht an die kommunistischen Einheiten Titos ausgeliefert.
Dabei und insbesondere auf dem Rückmarsch nach Jugoslawien wurden viele der Menschen willkürlich getötet. An zahlreichen Orten u.a. auf dem Gebiet des heutigen Slowenien kam es ohne jedes Gerichtsverfahren zu summarischen Hinrichtungen antikommunistischer Militärangehöriger. Auch Zivilisten und deutsche Kriegsgefangene wurden umgebracht. Die genauen Opferzahlen sind umstritten.