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Innsbruck: Ethikforum diskutiert Freiheit und Schutz im digitalen Raum

13.05.2026 10:59
Österreich/Kirche/Jugendliche/Medien/Internet/Psychologie/Papst
Experten aus Psychiatrie, Medienpädagogik, Kinderrechten und Jugendvertretung diskutieren am 2. Juni über Auswirkungen sozialer Medien auf junge Menschen
Innsbruck, 13.05.2026 (KAP) Unter dem Titel "Wie geht's der Seele in Social Media? Freiheit, Schutz und Verantwortung neu denken" lädt die Diözese Innsbruck am 2. Juni zum Ethikforum im Haus der Begegnung nach Innsbruck ein. Expertinnen und Experten aus Psychiatrie, Medienpädagogik, Kinderrechten und Jugendvertretung werden über die Auswirkungen sozialer Medien auf junge Menschen diskutieren. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach psychischer Gesundheit, Medienkompetenz, Verantwortung von Plattformen sowie dem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Schutz im digitalen Raum, wie die Diözese in einer Aussendung mitteilt. "Gerade junge Menschen brauchen Freiheit zur Entfaltung, aber auch Schutz vor Manipulation, Überforderung und digitaler Entfremdung", erklärte der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler im Vorfeld.

"Wenn digitale Räume unsere Beziehungen, unser Denken und unser Selbstbild prägen, dann geht es nicht nur um Technik - sondern um die Seele des Menschen", so Glettler, der innerhalb der Österreichischen Bischofskonferenz die Arbeitsgruppe "KI & Kirche" leitet und zugleich zuständiger Bischof für Lebensschutzfragen ist. Das Ethikforum findet traditionell im Rahmen der Woche für das Leben statt und widmet sich heuer dem Schutz der Seele und der Menschenwürde im digitalen Raum.

Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Anlass und inhaltlicher Bezugspunkt ist auch der 60. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, den die katholische Kirche am 17. Mai begeht. In seiner aktuellen Medienbotschaft warnt Papst Leo XIV. davor, menschliche Beziehungen, kritisches Denken und persönliche Verantwortung an Algorithmen und Künstliche Intelligenz auszulagern. Kommunikation dürfe nicht zur bloßen Simulation werden, sondern müsse dem Menschen dienen.

Das Ethikforum versteht sich als Beitrag zu einer dringend notwendigen gesellschaftlichen Debatte, hieß es. "Wie können digitale Räume menschenwürdig gestaltet werden? Wie gelingt ein verantwortungsvoller Umgang mit Künstlicher Intelligenz? Und wie kann besonders die seelische Gesundheit junger Menschen geschützt werden?", sind Fragen, denen sich die Expertinnen und Experten dabei widmen werden.

Psychische Gesundheit

Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Kathrin Sevecke wird sich dem Zusammenhang von sozialen Medien und psychischer Gesundheit von Jugendlichen widmen. "Ein hoher Medienkonsum geht meistens mit mehr Symptomen von psychischen Erkrankungen einher", warnt Sevecke. Besonders problematisch sei der ständige Vergleich mit KI-generierten Idealbildern, der das Risiko für depressive Symptome und Essstörungen erhöhe. Sevecke spricht sich daher klar für politische Rahmenbedingungen zum Schutz junger Menschen aus.

"KI wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die bereits bestehenden Herausforderungen im Netz", betonte Kerstin Kuba Nimmrichter von Saferinternet und appellierte an die gemeinsame Verantwortung der Gesellschaft für das Wohl junger Menschen. Sicherheit entstehe nur dann, "wenn Politik, Eltern und Schule gemeinsam einen sicheren digitalen Raum für Jugendliche schaffen".

Medienkompetenz

Der Tiroler Kinder- und Jugendanwalt Lukas Trentini warnt vor "einfachen Lösungen": Pauschale Social-Media-Verbote würden zentrale Kinderrechte berühren. Stattdessen brauche es Medienkompetenz, altersgerechte Schutzmechanismen, klare Standards für Plattformanbieter und wirksame Aufsicht. Auch die Jugendlichen selbst melden sich beim Ethikforum zu Wort. Schülervertreter Sixtus Schmiderer fordert etwa, dass Medienkompetenz Teil jedes Lehrplan ist.

(Anmeldungen zum Ethikforum sind bis 26. Mai möglich unter: https://hdb.dibk.at/bildungsprogramm/ethikforum-wie-geht-s-der-seele-in-social-media)
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