Ab 21. Mai tausende Soldaten aus 40 Nationen im südfranzösischen Wallfahrtsort versammelt - Wallfahrt steht unter dem Motto "Wächter des Friedens" - Militärbischof Freistetter: "Wächter sein bedeutet konzentriert und achtsam für andere da zu sein, für ihr Wohl und ihre Sicherheit, für das friedliche Zusammenleben aller Menschen in unserer unruhigen Welt"
Wien/Lourdes, 14.05.2026 (KAP) Hunderte österreichische Soldatinnen und Soldaten und Bedienstete des Bundesheers werden wieder bei der in einer Woche (21. Mai) beginnenden 66. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes in Südfrankreich dabei sein. Angeführt wird die Pilgergruppe von Militärbischof Werner Freistetter. Zu der mehrtägigen Pilgerfahrt werden auch heuer wieder tausende Militärangehörige aus rund 40 Nationen in dem weltbekannten Marienwallfahrtsort erwartet. Die Wallfahrt steht unter dem Motto "Wächter des Friedens".
Bischof Freistetter ruft im Vorfeld der Wallfahrt die Soldatinnen und Soldaten dazu auf, für ein Ende der Feindseligkeiten im Nahen Osten, in der Ukraine, im Sudan und in allen anderen Konfliktgebieten zu wachen und zu beten. Die pilgernden Soldatinnen und Soldaten aus so vielen Ländern würden in Lourdes ihre Freundschaft feiern und ein Zeichen sein "für die Verbundenheit aller Menschen zu einer Familie", so der Bischof.
Freistetter geht in seiner Wallfahrtsbotschaft auch auf das Motto "Wächter des Friedens" ein. Wach zu bleiben bedeute nicht, "wie der Wachhund, der jeden beliebigen Passanten anbellt, in jeder bedenklichen Entwicklung gleich die Apokalypse am Werk zu sehen und das baldige Ende der Welt zu erwarten". Viel wichtiger sei es, "den zahlreichen, hauptsächlich von Menschen verursachten Bedrohungen, die tatsächlich das Wohl der Menschheitsfamilie gefährden - die Zerstörung unserer Lebensgrundlage, der Klimawandel, die ungerechte Verteilung der Ressourcen, inner- und zwischenstaatliche bewaffnete Konflikte, neue Technologien in der Kriegführung wie im zivilen Leben -, mutig, entschieden und mit Vernunft zu begegnen."
Mit anderen Worten: "Wächter sein bedeutet konzentriert und achtsam für andere da zu sein, für ihr Wohl und ihre Sicherheit, für das friedliche Zusammenleben aller Menschen in unserer unruhigen Welt."
Der Militärbischof zeigt sich in seiner Botschaft zudem besorgt über die Zunahme autoritärer Tendenzen in vielen Ländern. Man müsse sehr vorsichtig sein, "wenn einem Volk, einem politischen Programm oder ein einem einzelnen politischer Führer messianische Züge zugesprochen werden".
Umfangreiches Wallfahrtsprogramm
Das nationale österreichische Wallfahrtsprogramm beginnt Donnerstagabend (21. Mai) mit einer Andacht, der offizielle Eröffnungsgottesdienst für die deutschsprachigen Pilgerinnen und Pilger in Lourdes findet am Freitag, 22. Mai, bei der Erscheinungsgrotte statt. Am selben Tag steht auch die Internationale Eröffnungsfeier in der Basilika Pius X. auf dem Programm. Am Samstag, 23. Mai, feiern die österreichischen Pilgerinnen und Pilger einen Feldgottesdienst im Internationalen Zeltlager. Am Abend findet die Lichterprozession, der traditionelle Höhepunkt der Wallfahrt, durch den Heiligen Bezirk zur Esplanade statt. Der Sonntag, 24. Mai, steht im Zeichen einer internationalen Messfeier in der unterirdischen Basilika Pius X. und einer Abschlussfeier. Die Militärmusik Tirol sorgt heuer für die musikalische Begleitung der Wallfahrt.
Versöhnungsinitiative nach Zweitem Weltkrieg
Die jährlich stattfindende Soldatenwallfahrt nach Lourdes entstand aus einer gemeinsamen Initiative französischer und deutscher Militärseelsorger. Aus einer Pilgerfahrt französischer Soldaten im vorletzten Kriegsjahr 1944 entwickelte sich eine regionale, nationale und internationale Bewegung. Österreichische Soldaten nehmen schon seit 1958 an der Wallfahrt teil.
Im Jahr 1862 wurde die Marienerscheinung von Lourdes offiziell von der katholischen Kirche anerkannt. Demnach erschien die Gottesmutter Maria im Jahr 1858 in der Massabielle-Grotte der 14-jährigen Müllerstochter und späteren Ordensfrau von der "Kongregation der Schwestern der Barmherzigkeit von Nevers", Bernadette Soubirous. Sie wurde 1933 heiliggesprochen. Jährlich pilgern Millionen Menschen aus der ganzen Welt nach Lourdes. (Infos: www.mildioz.at)