Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:

Aachen: Karlspreis an früheren EZB-Chef Draghi verliehen

14.05.2026 14:15
Deutschland/Kirche/Politik/Europa/Karlspreis/Draghi/Merz
Ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank und deutscher Bundeskanzler Merz plädieren bei Preisverleihung für stärkeres und selbstbewussteres Europa
Bonn, 14.05.2026 (KAP/KNA) Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und italienische Ex-Ministerpräsident Mario Draghi, erhielt am Donnerstag in Aachen den Internationalen Karlspreis. Der 78-jährige Italiener wurde für seine wegweisenden Impulse zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit geehrt. Er sei bereit gewesen, gegen Widerstände mutige Entscheidungen für das Gemeinwohl zu treffen, so die Ausrichter des Karlspreises in ihrer Begründung für die Vergabe an Draghi. Festredner bei der Verleihung im Krönungssaal in Aachen waren der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis.

Merz rief Europas Staaten zu einem selbstbewussten gemeinsamen Auftreten in der Weltpolitik auf. "Europa hat die Chance, die neue Weltordnung darauf hin mitzugestalten, dass in ihr Normen und Regeln statt Willkür und das Recht des Stärkeren gelten", sagte der Kanzler: "Diese Welt sortiert sich gerade neu. Wir erleben inzwischen wöchentliche Krisenlagen. In dieser Situation muss Europa einen klaren Kurs und einen kühlen Kopf bewahren. Wir müssen selbstbewusst unsere eigenen Interessen definieren. Und wir müssen bereit sein, für die Wahrung dieser Interessen auch etwas einzusetzen."

Merz betonte mit Blick auf den Ukraine-Krieg: "Wir unterstützen die Ukraine in ihrem Kampf für die Freiheit, weil es der Kampf auch für unsere Freiheit ist. Und wir Europäer entdecken unsere Kraft und unsere Fähigkeit. Vor allem dann, wenn wir entschlossen zusammenstehen."

Europa wolle helfen, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden. Gesprächsbereitschaft erfordere aber Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten. "Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht. Niemand anders", betonte Merz offensichtlich in Anspielung auf Äußerungen von Russlands Präsident Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder könne als Vermittler im Ukraine-Konflikt agieren.

Draghi: Europa muss entschlossener reagieren

Mario Draghi stand von 2011 bis 2019 an der Spitze der Europäischen Zentralbank, später war er in den Jahren 2021 und 2022 italienischer Ministerpräsident. Er sagte am Donnerstag bei der Preisverleihung, er sehe Rüstung und Wirtschaftspolitik eng verflochten. Die Abhängigkeit von den USA schwäche Europa. "Der Partner, auf den wir uns nach wie vor verlassen, ist konfrontativer und unberechenbarer geworden", so Draghi wörtlich. Eine Haltung, die auf Deeskalation abzielt, lade stattdessen zu weiterer Eskalation ein, meinte er im Blick auf die amerikanische Handelspolitik unter Präsident Donald Trump. "Vorerst braucht Europa die Fähigkeit, entschlossener zu reagieren, um die Partnerschaft wieder auf eine gleichberechtigtere Basis zu stellen. Was uns aber wirklich zurückhält, ist die Sicherheit."

Ein Bündnis, in dem Europa bei seiner Verteidigung von den Vereinigten Staaten abhängig ist, sei eines, in dem die Sicherheitsabhängigkeit auf alle Verhandlungen übergreifen kann: auf Handel, Technologie und Energie. Wenn die USA einen größeren Beitrag Europas zur Verteidigung des Kontinents forderten, sollte die EU auch mehr Autonomie bei der Organisation dieser Verteidigung erlangen. Das sei eine Chance. Denn mit dieser Autonomie werde Europa zugleich mehr Stärke in seinen Handels- und Energiebeziehungen zurückgewinnen, so Draghi.

Der Karlspreis wird seit mehr als 75 Jahren in Aachen verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten etwa der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (1954), Papst Franziskus (2016) und UN-Generalsekretär António Guterres (2019).
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen