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Priester in Jerusalem: "Moralische Verrohung kaum noch aufzuhalten"

15.05.2026 08:46
Israel/Kirche/Gesellschaft/Religion/Extremismus
In Jerusalem lebende Priester und Autor Stephan Wahl sieht in Gastbeitrag in Wochenzeitung "Christ in der Gegenwart" religiöse Vielfalt der Heiligen Stadt ernsthaft bedroht
Jerusalem/Freiburg, 15.05.2026 (KAP) Der in Jerusalem lebende Priester und Autor Stephan Wahl sieht die religiöse Vielfalt der Heiligen Stadt bedroht. "Jerusalem beansprucht für sich, ein Mosaik der Weltreligionen zu sein. Doch ein Mosaik zerfällt, wenn eine Seite beginnt, die anderen Steine systematisch herauszubrechen", schreibt Wahl in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Christ in der Gegenwart" (aktuelle Ausgabe, 17. Mai).

Besonders die christliche Minderheit erlebe seit Monaten eine neue Qualität von Anfeindungen und Einschüchterung. Religiöser Fanatismus werde zunehmend "staatlich geduldet, wenn nicht gar befeuert". Spuckattacken auf Geistliche seien inzwischen kein Randphänomen mehr. Kameras hätten gezeigt, wie ein religiöser Siedler eine katholische Ordensschwester zu Boden stößt und tritt. "Das Video hat sich in das Gedächtnis der Christen eingebrannt", so Wahl.

Keine Einzelfälle

Der Priester sieht darin keine Einzelfälle, sondern Ausdruck einer politischen Entwicklung. Scharf kritisiert er den rechtsradikalen israelischen Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir. Dabei verweist er auf ein im Internet verbreitetes Foto von Ben-Gvirs Geburtstagstorte, dekoriert mit einer Henkersschlinge - eine Anspielung auf ein kurz zuvor verabschiedetes Gesetz zur Todesstrafe. "Wenn ein Minister den Tod als Geburtstagswunsch feiert, ist die moralische Verrohung der Gesellschaft kaum noch aufzuhalten", schreibt Wahl.

Auch christliche Symbole und Einrichtungen würden vermehrt Ziel von Attacken und Schikanen. Dabei gehe es letztlich um die "schleichende Verdrängung einer Gemeinschaft, die seit 2.000 Jahren Teil dieser Stadt ist". Wahl warnt gleichzeitig davor, dass nicht nur Christen, sondern die gesellschaftliche Vielfalt insgesamt bedroht sei: "Unter Druck geraten alle, die nicht in das enge nationalreligiöse Weltbild der Extremisten passen - seien es Reformjuden, säkulare Israelis, linke Aktivisten oder andere Minderheiten."

Die internationale Gemeinschaft dürfe dazu nicht schweigen, so Wahl: "Wer glaubt, man könne das Christentum aus den Gassen Jerusalems spucken, ohne die Seele dieser Stadt endgültig zu vernichten, irrt gewaltig".
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