Bischof Bertram Meier bei deutschem Katholikentag gegen "Narrativ von der Erneuerung des christlichen Abendlandes" zwecks Wählerstimmenmaximierung
Würzburg , 16.05.2026 (KAP/KNA) Gegen Vereinnahmungen des Christentums für extremistische Zwecke hat sich Augsburgs Bischof Bertram Meier ausgesprochen. In vielen Ländern seien rechte Kräfte erstarkt, in rechten und auch linken Gruppierungen zeige sich Antisemitismus, sagte Meier am Samstag laut vorab verbreitetem Redemanuskript beim Katholikentag in Würzburg. Er wandte sich gegen das "Narrativ von der Erneuerung des christlichen Abendlandes", wenn dies benutzt werde, um Wählerstimmen zu gewinnen. "Extremismus und Christentum sind keine tragfähige Allianz!", so Meier.
Extremismus beginne nicht mit Hass, sondern mit Angst, sagte Meier in Rückgriff auf den Extremismusforscher Peter Neumann. Gefährliche Ideologien entstünden dort, wo "charismatische Führer und ihre Bewegungen" es verstünden, die Angst von Menschen angesichts gesellschaftlicher Umbrüche zu verstärken und mit einseitigen Schuldzuweisungen zu verbinden.
Edith Stein als Vorbild
Als Vorbild, wie man besser mit solchen Umbrüchen umgehen könne, nannte Meier die heilige Edith Stein. Sie habe gesellschaftliche Entwicklungen vor und während der NS-Zeit wach wahrgenommen und den Mut gehabt, sich zu positionieren. Dabei habe sie sich nicht von der Angst vereinnahmen lassen und Sorgen anderer Menschen ernst genommen und nicht verurteilt. "Auf die heutige Situation gemünzt heißt das: Begnügen wir uns nicht damit, in Opposition zu gehen. Bemühen wir uns zu verstehen, welche Ängste Menschen umtreiben - ehe sie sich radikalisieren."