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Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin
Bild Copyright: © Paul Wuthe/Kathpress

Kardinal Parolin mahnt bei EU-Ehrung Schutz der Menschenwürde an

19.05.2026 14:06
Vatikan/Europäische Union/Österreich/Auszeichnung/Politik/Diplomatie/Kirche
Chefdiplomat des Vatikan nahm in Straßburg neuen Europäischen Verdienstorden entgegen
Straßburg, 19.05.2026 (KAP/KNA) Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, seit 2013 päpstlicher Chefdiplomat und zweiter Mann im Vatikan, ist mit dem Europäischen Verdienstorden geehrt worden. In Straßburg nahm Parolin am Dienstag die in diesem Jahr erstmals verliehene Medaille entgegen. Das Europaparlament begründete die Ehrung mit seinem diplomatischen Einsatz zur Beilegung von Konflikten sowie mit seinem Engagement für den interkonfessionellen Dialog, für soziale Gerechtigkeit und das Einhalten der Grundrechte.

Parolin mahnte in seiner Rede bei der Verleihung, dass die Menschenwürde nie verletzt werden dürfe, in keiner Phase des Lebens. Der Italiener betonte die Rolle der EU für den Frieden und überbrachte Grüße von Papst Leo XIV. Der Heilige Stuhl sei stets bereit, mit den europäischen Institutionen zusammenzuarbeiten "um die Menschenwürde jedes Menschen zu verteidigen und ein Baumeister des Friedens im Interesse Europas und der gesamten Welt zu sein".

Kardinal Parolin ist seit fast 13 Jahren oberster Diplomat des Papstes und faktischer Chef der Römischen Kurie. Vielfach hat sich der 71-Jährige als Virtuose auf der Klaviatur der Diplomatie erwiesen. Etwa die Begegnung von US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Rande der Beisetzung von Papst Franziskus im April 2025 wurde von Beobachtern als ein Erfolg Parolins gewertet.

Auch Merkel, Walesa, Schüssel ausgezeichnet

Mit dem Europäischen Verdienstorden würdigt die EU nach eigenen Angaben Menschen, die einen Beitrag geleistet haben zur europäischen Integration oder zur Förderung und Verteidigung der Grundwerte der EU, etwa Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Neben dem vatikanischen Kardinalstaatssekretär wurden heuer 20 weitere bekannte Europäerinnen und Europäer aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Sport ausgezeichnet, darunter die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der polnische Friedensnobelpreisträger Lech Walesa und der ukrainische Präsident Selenskyj mit dem höchsten Rang des neuen Verdienstordens.

Kardinal Parolin erhielt, wie unter anderem auch der österreichische Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, die ehemalige UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson und der frühere NATO-Generalsekretär Javier Solana, den zweithöchsten Rang. In einer weiteren Ordensklasse ehrte die EU beispielsweise den Musiker Bono, den Gründer der Hilfsorganisation "World Central Kitchen" Jose Andres sowie die Menschenrechtlerin und Gründerin des 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten ukrainischen Center for Civil Liberties (CCL), Oleksandra Matviichuk.
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