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Geiselkrise in Manipur: Christliche Religionsvertreter vermitteln

19.05.2026 16:31
Indien/Konflikte/Religion/Extremismus
Ethnisch-religiöser Konflikt in indischem Bundesstaat spitzte sich zuletzt erneut zu
Imphal/Rom, 19.05.2026 (KAP) Eine Delegation christlicher Religionsvertreter aus Manipur und anderen nordostindischen Bundesstaaten bemüht sich um eine Vermittlung im ethnisch-religiösen Konflikt in Manipur, der sich zuletzt erneut zugespitzt hat. Das meldete der römische Pressedienst "Fides" am Dienstag. An dem seit mehreren Jahren immer wieder ausbrechenden Konflikt zwischen mehreren Volksgruppen sind einerseits die hinduistischen Meitei und die christlichen Kuki beteiligt. Zudem eskalierte heuer auch die Gewalt zwischen den Kuki und den ebenfalls christlichen Naga.

Die Religionsvertreter wollen nun insbesondere die Distrikte Kangpokpi und Senapati besuchen, um eine seit vergangener Woche anhaltende Geiselkrise zu entschärfen. Auslöser war die Ermordung dreier Baptistenpastoren am 13. Mai im Distrikt Kangpokpi. Am selben Tag wurden 20 Männer - sechs Angehörige der Naga- und 14 Angehörige der Kuki-Gemeinschaft - von bewaffneten Gruppen als Vergeltung für die Unruhen nach dem Anschlag auf die Pastoren entführt. Seitdem gibt es keine Neuigkeiten über die Geiseln. Der "United Naga Council" (UNC) gab an, dass sich unter den sechs Geiseln zwei Pastoren befinden. In der chaotischen Situation wurden auch zwei Mitglieder der katholischen Ordensgemeinschaft der Salesianer von Don Bosco entführt, später aber wieder freigelassen.

Dialog aufnehmen und Frieden wiederherstellen

An der Vermittlungsinitiative sind laut "Fides" Vertreter des Nordostindischen Baptistenkirchenrats und der Manipur Baptist Convention (MBC) beteiligt. Die Delegation traf sich zunächst mit regionalen Regierungschef von Manipur, Yumnam Khemchand Singh, um die Spannungen zwischen den Stammesgemeinschaften zu erörtern. Die Religionsvertreter boten ihre Vermittlung zwischen den Gemeinschaften an und erhielten dafür Unterstützung von den politischen Verantwortlichen, die, so Khemchand, auf die Religionsvertreter zählen, um "den Dialog wiederaufzunehmen und den Frieden wiederherzustellen".

Ein Teil der Verhandlungs-Delegation trifft sich mit Vertretern der Kuki; eine zweite Gruppe führt Gespräche mit Vertretern der Naga, um anschließend eine gemeinsame Basis zur Lösung der Geiselkrise zu finden. Inmitten der angespannten Lage hat der "United Naca Council" (UNC) eine Blockade verhängt, während die Kuki einen Generalstreik ausgerufen haben. Die Blockade hat Hunderte von Lastwagen auf einer Hauptverkehrsader der Region zum Stillstand gebracht und den Transport in die von Kuki bewohnten Gebiete sowie nach Imphal, einer mehrheitlich von Meitei bewohnten Stadt, unterbrochen. Dies schürt die Sorge vor einem Mangel an lebensnotwendigen Gütern.

Derweil hat der Kuki-Zo-Council (KZC), ein gemeinsames Gremium mehrerer Stammesführer, Indiens Premierminister Narendra Modi um Intervention der Zentralregierung gebeten. Man befürchtet einen großflächigen ethnischen Konflikt zwischen den Naga und den Kuki.
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