Hunderttausende Muslime beginnen Wallfahrt in Mekka
21.05.202615:55
Saudi-Arabien/Religion/Brauchtum/Islam
Haddsch ist eine der "fünf Säulen des Islam" und damit eine zentrale Glaubenspflicht
Bonn/Riad, 21.05.2026 (KAP/KNA) Am kommenden Montag (25. Mai) beginnt für Hunderttausende Muslime und Musliminnen aus aller Welt die Pilgerfahrt in Mekka. Die Stadt in Saudi-Arabien ist der Geburtsort des Propheten Mohammed (ca. 570-632) und heiligste Stadt des Islam. Bis Freitag (29. Mai) vollziehen die Gläubigen am Heiligtum der Kaaba und verschiedenen Orten nahe Mekka die vorgeschriebenen Rituale der Wallfahrt, arabisch Haddsch. Nach Angaben des saudischen Haddsch-Ministeriums nahmen im vergangenen Jahr mehr als 1,6 Millionen Menschen daran teil. Schätzungen zufolge könnten es in der kommenden Woche über zwei Millionen Pilger sein.
2024 kam es beim Haddsch zu einer Hitzekatastrophe. Bei Temperaturen von über 50 Grad Celsius starben mehr als 1.300 Menschen. Die Behörden haben seither nach offiziellen Angaben den Hitzeschutz noch einmal deutlich verstärkt. So seien etwa am Berg Arafat nahe Mekka, wo die Pilger den zweiten Tag des Haddsch in Gebet und Meditation verbringen, die schattigen und gekühlten Flächen seit dem Vorjahr noch einmal um das Fünffache erweitert worden und nun mehr als 272.000 Quadratmeter überdacht. Laut Vorhersagen steigen die Lufttemperaturen in Mekka in den kommenden Tagen auf Werte um die 42 Grad Celsius.
Höchstes Fest des Islam
Am Mittwoch, dem dritten Tag des Haddsch, beginnt auch das islamische Opferfest. Es ist das höchste Fest des Islam und dauert vier Tage. Viele Muslime auf der ganzen Welt schlachten dazu ein Opfertier. Das Ritual erinnert an das in Koran und Bibel erwähnte Opfer Ibrahims (Abrahams), der bereit war, auf Geheiß Gottes seinen Sohn zu opfern. Die Muslime feiern, dass Gott dieses Opfer nur als Glaubensprüfung verlangte und den Sohn in seiner Barmherzigkeit rettete.
Die Wallfahrt nach Mekka im Dhu l-Hiddscha, dem letzten Monat des islamischen Mondkalenders, folgt in ihren Ritualen dem Vorbild des Propheten Mohammed. Sie ist eine der "fünf Säulen des Islam" und damit eine zentrale Glaubenspflicht. Jeder und jede Gläubige sollte sie laut dem Koran einmal im Leben absolvieren, sofern Gesundheit und Vermögen dies zulassen.