Kanadier Chris Olah zählt zu den weltweit führenden KI-Forschern
Vatikanstadt/Washington, 22.05.2026 (KAP/KNA) Er ist eine Koryphäe in Sachen Künstlicher Intelligenz: der Kanadier Chris Olah. Sein Wissen macht sich nun auch der Vatikan zunutze. Am Montag ist der 33-jährige Mitgründer des US-amerikanischen KI-Unternehmens Anthropic in Rom mit dabei, wenn die erste Enzyklika von Leo XIV. vorgestellt wird. Als Anthropic-Forschungsleiter für die Interpretierbarkeit künstlicher neuronaler Netze ist der KI-Experte maßgeblich an der Entwicklung der Sprachmodelle namens Claude beteiligt.
Olahs Werdegang war von Kindesbeinen an höchst ungewöhnlich. In einem CNBC-Interview aus dem Jahr 2012 erklärte seine Mutter, dass er - anders als andere Kinder - kein Interesse an Spielsachen oder Sport gehabt habe.
Stattdessen entwickelte Chris eine Leidenschaft dafür, Alltagsgegenstände zu erklären. Im Alter von vier Jahren beschrieb er ohne jegliches Vorwissen präzise und detailliert, wie die Produktion von Rollrasen funktioniert. Rasch folgten Überlegungen zu komplexen Themen, denen weder seine Mitschüler noch die Erwachsenen in seiner Umgebung intellektuell folgen konnten. Olah wurde zum Außenseiter und Mobbing-Opfer.
Noch als Schüler nahm er an einem Mentorenprogramm der Universität von Toronto teil und traf auf Gleichgesinnte, die seine Technikbegeisterung teilten. Mit 19 Jahren erhielt Olah ein großzügiges Stipendium des deutschstämmigen US-Techunternehmers Peter Thiel, der talentierte Studienabbrecher mit einem speziellen Programm fördert.
Start-up-Gründer und Milliardär
Trotz des fehlenden akademischen Abschlusses stieg Olah in den folgenden Jahren zu einem der weltweit führenden KI-Forscher auf. Nach Stationen bei Google und OpenAI gründete er 2021 das Start-up-Unternehmen Anthropic, das mit seinen leistungsstarken Claude-Modellen international Maßstäbe setzte. Sein Nettovermögen wird vom US-Magazin "Forbes" auf sieben Milliarden US-Dollar (rund sechs Milliarden Euro) geschätzt.
Obwohl sich Olah als Atheist bezeichnet, hält er den Dialog mit den Religionen für wertvoll, wenn es um die Entwicklung von Technologien geht, die die gesamte Menschheit betreffen. In diesem Kontext erklärte er sich bereit, gemeinsam mit anderen Persönlichkeiten das mit Spannung erwartete erste Lehrschreiben von Papst Leo XIV. vorzustellen. Die Enzyklika trägt den Titel "Magnifica Humanitas. Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz" und wird am Pfingstmontag veröffentlicht.
Am Pfingstmontag erscheint mit "Magnifica humanitas" die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. - Unterzeichnet hat das Kirchenoberhaupt sein Lehrschreiben nicht zufällig genau 135 Jahre nach dem Rundschreiben "Rerum novarum" von Leo XIII., dem grundlegenden Dokument der katholischen Soziallehre - Von Alexander Brüggemann (KNA)
Kirchenhistoriker Ernesti zu Bedeutung der ersten Enzyklika eines Papstes: Vergleichbar mit "Regierungsprogramm" - Hintergrundbericht von Christiane Laudage (KNA)