Leo XIV. reist am Samstag nach Acerra nordöstlich von Neapel - Mafia vergiftete Region über Jahrzehnte mit illegalen Mülldeponien
Vatikanstadt/Rom, 22.05.2026 (KAP) Papst Leo XIV. besucht am Samstag das süditalienische Acerra im "Dreieck des Todes". Über Jahrzehnte vergrub und verbrannte die Mafia in der Region Millionen von Tonnen gefährlicher Abfälle - vergiftete damit Luft und Boden. Das Gebiet in der Region Kampanien wird auch als "Terra dei fuochi" bezeichnet, das Land der Feuer. Bis heute leiden Bewohner und Umwelt unter den Folgen, weiterhin wird illegaler Müll abgeladen.
Legale und zugleich umweltverträglichere Müllverbrennungsanlagen sind in Süditalien sehr selten. Ihr Bau scheitert oft an lokalen Protesten oder an der Mafia. Viel Müll wird daher entweder exportiert oder illegal beseitigt.
Treffen mit Betroffenen
Leo XIV. wird während seines etwa vierstündigen Aufenthalts mit Familien zusammentreffen, die von den Umweltverschmutzungen betroffen sind. Nach der Begegnung in der Kathedrale von Acerra, bei der auch die Bischöfe der Region anwesend sein werden, wird der Papst auf dem großen Calipari-Platz erwartet. Dort will er mit Menschen aus dem gesamten "Land der Feuer" zusammenkommen und eine weitere Ansprache halten.
Der Besuch findet zum elften Jahrestag des Erlasses der Umwelt- und Sozialenzyklika "Laudato si'" von Papst Franziskus (2023-2025) statt und trägt auch diesen Titel. Die Reise war bereits unter Leos XIV. Vorgänger geplant, musste jedoch aufgrund der Corona-Pandemie zunächst abgesagt werden.
Besuch als Appell an die Institutionen
Der Bischof von Acerra, Antonio Di Donna, bezeichnete den Besuch des Papstes als "Appell an die Institutionen, damit endlich die Wahrheit ans Licht kommt und vor allem eine echte Entwicklung unserer Gebiete gewährleistet wird".
Anfang 2025 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass der italienische Staat - trotz langjähriger Kenntnis der Situation - nicht schnell und sorgfältig genug reagiert hatte. Die Richter ordneten eine Reihe von Maßnahmen zur Bewältigung dieser "gravierenden Situation" an, die Italien innerhalb von zwei Jahren bewerkstelligen muss.
Am Dienstag vor Leos XIV. Besuch traf sich der für die Überwachung der Maßnahmen in der "Terra dei fuochi" zuständige Lenkungsausschuss in Rom. Die Bilanz für das laufende Jahr: 563 Anzeigen wegen Umweltdelikten, 34 Festnahmen und rund 4 Millionen Euro verhängte Geldbußen - deutlich mehr als im gesamten Jahr 2025.