"Mirjam" rückt Maria Magdalena ins Zentrum der Jubiläumsinszenierung im burgenländischen Römersteinbruch und erzählt Passion aus weiblicher Perspektive
Eisenstadt, 23.05.2026 (KAP) Viel Applaus bei der Premiere von "Mirjam - stark wie der Tod ist die Liebe" bei den Passionsspielen St. Margarethen am Samstagabend im Römersteinbruch. Die über vierstündige Neuinszenierung zum 100-Jahr-Jubiläum der Laienspiele interpretiert die Geschichte vom Leben, Leiden und Auferstehung Jesu Christi aus der Sicht von Maria Magdalena. Das neue Konzept stieß auf positive Resonanz und so quittierte das Publikum an mehreren Stellen der Aufführung die "weibliche Perspektive auf die Passion" mit spontanem Applaus. Zu sehen sind die Passionsspiele auf der Freilichtbühne im Burgenland noch bis 12. Juli.
Richard Geier, Spielleiter und Autor der Neuinszenierung sowie Pfarrer von St. Margareten, betonte bei der Eröffnung den geistlichen Charakter der Passionsspiele und sagte: "Wir wollen ein Zeugnis ablegen für unseren christlichen Glauben und für unsere Gemeinschaft in St. Margarethen." Die Mitwirkenden der letzten hundert Jahre "stehen dabei unsichtbar mit auf der Bühne und drücken uns die Daumen". Durch die Spiele "wird der breite Graben der Geschichte übersprungen und die Passion Jesu Christi kommt uns sehr nahe".
Liebesgeschichte mit Jesus
Erzählt wird die Passionsgeschichte als Liebesgeschichte der Maria von Magdala auf zwei Ebenen: sowohl im Rückblick von 20 Jahren nach Tod und Auferstehung Jesu Christi als auch als Akteurin in der Passionsgeschichte, die mit der Taufe Jesu durch Johannes beginnt. "Mirjam lädt uns ein, eine persönliche Liebesgeschichte mit Jesus zu machen. Denn stark wie der Tod ist die Liebe", so der Spielleiter und Autor.
Anwesend bei der Premiere waren der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics - er war direkt von einer Pilgerreise nach Kreta nach St. Margarethen gekommen - sowie Generalvikar Michael Wüger und der burgenländische Superintendent Robert Jonischkeit. Aus der Politik gekommen waren u.a. Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) und in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil dessen Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne).
100 Jahre Passionsspiel
Applaus gab es am Ende der Premiere auch für die neuen Verantwortlichen für Musik und Regie, Albin Rudisch und Manfred Waba. Renée Gallo-Daniel bzw. Iris Klemenschitz verkörpern die ältere "Mirjam", Anna-Lea Carich bzw. Julia Zeitler die jüngere "Mirjam". Die Rolle des "Jesus" haben wieder Rupert Kugler bzw. Andreas Schalling. Insgesamt sind rund 500 Laiendarsteller und Helfer auf und hinter der Bühne engagiert. Sie stammen aus der Marktgemeinde St. Margarethen und gehören den unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen an.
Vor 100 Jahren haben Pfarrer Josef Kaindlbauer und der damalige Leiter der Pfarrjugend, der Jungbauer Emmerich Unger, gemeinsam mit Jugendlichen der Pfarre St. Margarethen auf dem Bauernhof der Familie Unger das erste Passionsspiel veranstaltet. Seit 1961 finden die Passionsspiele im Römersteinbruch statt. (Infos: www.passio.at)
"Mirjam" rückt Maria Magdalena ins Zentrum der Jubiläumsinszenierung im burgenländischen Römersteinbruch und erzählt Passion aus weiblicher Perspektive