Rund zehn Millionen der knapp 1,4 Milliarden Einwohner der Volksrepublik China sind katholisch - Zwischen Peking und Heiligen Stuhl bestehen keine offiziellen diplomatischen Beziehungen
Vatikanstadt, 24.05.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat seine Nähe zu den Katholikinnen und Katholiken in China zum Ausdruck gebracht. Am Sonntag auf dem Petersplatz rief er zu einem gemeinsamen Gebet mit ihnen auf - als Zeichen der Zuneigung und ihrer Gemeinschaft mit der Weltkirche und dem Papst. Das Kirchenoberhaupt bat um "die Gnade der Einheit" unter Chinas Katholiken, "und schenke allen die Kraft, das Evangelium in den Mühen des Alltags zu bezeugen".
Rund zehn Millionen der knapp 1,4 Milliarden Einwohner der Volksrepublik China sind laut Expertenschätzungen Katholiken; die Behörden verzeichnen jedoch offiziell lediglich gut sechs Millionen. Eine große Besonderheit des chinesischen Katholizismus ist die Teilung in zwei Gruppierungen. Neben einer regimenahen und staatlich zugelassenen "Patriotischen Vereinigung" gibt es die sogenannte Untergrundkirche in Gemeinschaft mit dem Vatikan.
Zwischen Peking und dem Heiligen Stuhl bestehen keine offiziellen diplomatischen Beziehungen. Seit 2018 existiert jedoch ein Abkommen, das die Ernennung von Bischöfen regelt.
Weiter sprach Papst Leo XIV. den Opfern des Bergwerk-Unglücks im Norden Chinas sein Beileid aus. Nach einer Gasexplosion in einer Kohlemine starben mindestens 90 Menschen. Wie viele Bergleute noch eingeschlossen sind, ist unklar.
Nach dem Mittagsgebet gedachte der Papst zudem der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten, die unter dem anhaltenden Krieg leiden.