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Sudetendeutscher Tag mit Friedensmarsch und wenigen Protesten

24.05.2026 16:31
Tschechien/Gesellschaft, Bevölkerung/Gesellschaft/Minderheiten/Bevölkerung/Geschichte
Im Vorfeld starke Proteste gegen Abhaltung des Sudetendeutschen Tages in Tschechien
Prag, 24.05.2026 (KAP/KNA) Rund 2.000 Tschechen wie Deutsche haben am Wochenende mit einem Friedensmarsch an die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus Brno (Brünn) unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Der sogenannte Friedensmarsch wurde zum zehnten Mal im Rahmen des Festivals "Meeting Brno" veranstaltet, wie Radio Prag berichtet. Er führte am Samstag von Pohorelice (Pohrlitz) nach Brünn.

Bevor sich der Zug in Bewegung setzte, wurde laut Bericht am Massengrab in Pohorelice an die Opfer des Brünner Todesmarsches gedacht. Da "Meeting Brno" dieses Jahr erstmals auch den Sudetendeutschen Tag nach Tschechien eingeladen hatte, sprachen bei dem Gedenkakt am Samstag neben tschechischen Lokal- und Regionalpolitikern auch bayerische Politiker.

Im Vorfeld hatte es Proteste gegen die Veranstaltung des Sudetendeutschen Tages in Tschechien gegeben. Die Regierungskoalition von Regierungschef Andrej Babis setzte in der vergangenen Woche eine entsprechende Resolution im tschechischen Abgeordnetenhaus durch.

Am Freitag dann telefonierten die Präsidenten Tschechiens und Deutschlands, Petr Pavel und Frank-Walter Steinmeier. Im Anschluss veröffentlichten sie eine gemeinsame Erklärung zum Thema. Beide Länder hätten einen weiten Weg im Geist von gegenseitigem Verständnis, Respekt und Partnerschaft zurückgelegt, hieß es darin. Sie beide seien überzeugt, dass auch die Zusammenkunft in Brünn "ebendiesen Geist widerspiegeln" werde.

Bürgermeister: Vergangenheit akzeptieren

Die Bürgermeister jener Gemeinden, durch die Ende Mai 1945 der Brünner Todesmarsch führte, betonten in einer gemeinsamen Erklärung Versöhnung mit den Vertriebenen und ihren Nachfahren. Von tschechischer Seite müssten aber in dieser Richtung entschiedenere Schritte kommen. Wörtlich hieß es: "Es ist an der Zeit, dass wir ein für alle Mal das hinter uns lassen, was uns trennt, und den Mut finden, unsere Vergangenheit zu akzeptieren. Die Sudetendeutschen haben dies getan. Nun ist die Reihe an uns."

Die Bürgermeister wandten sich auch gegen die Resolution des Abgeordnetenhauses. Solche Aktionen seien "verzweifelte Versuche" des Buhlens um ein paar mehr Wählerstimmen. Am Rande des Gedenkakts und des Friedensmarsches äußerten laut dem Bericht auch einige Dutzend Protestierende ihren Unwillen über die Abhaltung des Sudetendeutschen Tags auf tschechischem Boden. Wie tschechische Medien weiter berichteten, gab es auch einige kleinere Rangeleien.

Drei Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren im Mai 1945 rund 19.500 Deutsche aus Brünn vertrieben worden. Beim sogenannten Todesmarsch am 30. und 31. Mai kamen nach unbestätigten Angaben rund 1.700 Menschen ums Leben. Sudetendeutsche Historiker führen höhere Zahlen an.
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