Begegnung des Kirchenoberhaupts mit fraktionsübergreifender Gruppe von Mitgliedern des Europäischen Parlaments
Vatikanstadt, 25.05.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hält die Ursachen der demografischen Krise in Europa für vielfältig und komplex. In einer Ansprache an eine fraktionsübergreifende Gruppe von Mitgliedern des Europäischen Parlaments sagte er am Montag im Vatikan, demografische Daten seien mehr als bloß statistische Zahlen. Es gehe um Vaterschaft, Mutterschaft und um Kinder.
Eine nachhaltige Entwicklung sei gefährdet, wenn es keine Solidarität unter den Generationen gebe. Eine solche Solidarität erfordere ein Gleichgewicht zwischen den Generationen, das jedoch in Europa leider nicht mehr vorhanden sei.
Drastische Unfruchtbarkeit
Zudem habe die Zurückweisung der christlichen Inspiration der EU-Gründungsväter zu einer "drastischen Unfruchtbarkeit" geführt. Dies liege nicht nur daran, dass zu vielen das Recht auf Geburt verweigert worden sei, sondern auch daran, dass man der jungen Generation nicht das Nötige weitergegeben habe, um die Zukunft zu bewältigen.
Es gebe eine angeblich familienfreundliche Politik, die jedoch zugleich Mutterschaft diskriminiere, Abtreibung als Recht propagiere und die Grundlage des Wunschs einer Familiengründung untergrabe. Dies führe dazu, dass Europa an einem Scheideweg seiner menschlichen, sozialen und wirtschaftlichen Zukunft stehe.
Innovative Ideen gefordert
Deshalb brauche es innovative Ideen, die darauf basierten, dass die Ehe zwischen Mann und Frau die Grundlage für die Familie und die Gesellschaft sei. Dabei gehe es nicht darum, zu Gesellschaftsmodellen der Vergangenheit zurückzukehren, sondern den Männern und Frauen der Gegenwart die Prinzipien mitzugeben, die für jedes Alter gelten.
Dazu gehöre die Bedeutung und der Wert des Lebens und die Beantwortung der Frage, was eine authentische humane Gesellschaft ausmache. Entsprechende politische Leitlinien müssten auf nationaler und auf EU-Ebene entwickelt und festgeschrieben werden. Christen in der EU könnten dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Nur ein neuer Frühling für die Familie könne den demografischen Winter einer alternden Gesellschaft verwandeln, so der Papst.