Lob für Enzyklika vom St. Pöltner Bischof Schwarz und Jugendbischof Freitag - Kirche muss technische Entwicklungen offen, aber nicht naiv begleiten
St. Pölten/Graz, 26.05.2026 (KAP) Viel Lob von Österreichs Bischöfen gibt es auch am Tag nach der Veröffentlichung für die Enzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo XIV. Der Papst erinnere daran, "dass auch im Zeitalter von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung die Würde des Menschen unantastbar bleibt", so der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz. Technik dürfe niemals über den Menschen gestellt werden, "sondern muss dem Gemeinwohl, der Wahrheit, der Freiheit und dem Frieden dienen".
Besonders berührt habe ihn in der Enzyklika die Vision des Papstes von einer "Zivilisation der Liebe", die auf Verantwortung, Solidarität und Menschlichkeit aufbaut, so Bischof Schwarz: "Gerade heute braucht unsere Welt mehr denn je Orientierung, Dialog und ein neues Bewusstsein dafür, dass echter Fortschritt nur dort gelingt, wo der Mensch im Mittelpunkt steht."
In einer Ausendung der Diözese St. Pölten heißt es zur Enzyklika, dass aus ihr für die Diözese ein wichtiger Auftrag erwachse: "Wir wollen den technischen Fortschritt aufmerksam begleiten und zugleich den Glauben als Orientierung und Kraftquelle stärken." Die Kirche müsse auch in Zukunft ein Ort bleiben, "an dem Menschen echte Gemeinschaft, Hoffnung, Gebet und persönliche Begegnung erfahren. Denn keine Technologie kann ersetzen, was aus dem Glauben wächst: Liebe, Barmherzigkeit, Vertrauen und die Beziehung zu Gott." Die Enzyklika sei kein Nein zum Fortschritt. Sie sei vielmehr "ein leidenschaftliches Ja zum Menschen". Sie rufe dazu auf, "Technik mit Weisheit, Verantwortung und Mitgefühl zu gestalten".
"Im Mittelpunkt steht nicht die Technik"
Österreichs Jugendbischof Johannes Freitag äußert sich in einem Beitrag ähnlich wie der St. Pöltner Bischof: "Im Mittelpunkt steht nicht die Technik, sondern der Mensch." Gerade junge Menschen würden selbstverständlich mit KI aufwachsen. Sie nutzten sie beim Lernen, in sozialen Medien oder im Alltag. Das verändere nicht nur den Zugang zu Wissen, sondern auch die Art, wie junge Menschen sich selbst, Beziehungen und Zukunft wahrnehmen. Viele erlebten dabei großen Druck, ständige Vergleichbarkeit und auch Einsamkeit, so der Jugendbischof.
Die Enzyklika erinnere daran, "dass der Mensch niemals auf Leistung, Daten oder Funktion in einer technischen oder sozialen Maschinerie reduziert werden darf". Das halte er für eine grundlegende Botschaft, so Weihbischof Freitag: "Junge Menschen spüren sehr genau, ob sie einfach funktionieren sollen oder ob sie als Menschen mit ihrer Würde und ihren Fragen ernst genommen werden."
Als österreichischer Jugendbischof sehe er darin auch einen wichtigen Auftrag für die Kirche: "Wir müssen technischen Entwicklungen offen und konstruktiv, aber auch ehrlich und nicht naiv begegnen. Wie wichtig das Thema ist, zeige sich daran, dass die Katholische Kirche sich bereits seit mehr als zehn Jahren intensiv mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Entscheidend sei, "ob Technologie dem Menschen dient oder ob der Mensch sich zunehmend technischen und wirtschaftlichen Logiken unterordnet".
Orte echter Begegnung und Gemeinschaft nötig
Gerade deshalb brauche es Orte echter Begegnung und Gemeinschaft, so Freitag: "Viele junge Menschen sehnen sich nach Sinn, nach Orientierung und nach Beziehungen, die tragen." Jugendpastoral könne hier wichtige Räume eröffnen: für persönliche Gespräche, geistliche Erfahrungen und die Suche nach der eigenen Berufung.
Besonders angesprochen habe ihn die Betonung des "Herzens", so der Weihbischof. Menschliches Leben erschöpfe sich nicht im Rationalen oder Technischen. Freitag: "Zu einem erfüllten Leben gehören Mitgefühl, Gewissen, Verantwortung und die Fähigkeit zu lieben. Genau das kann keine künstliche Intelligenz ersetzen."
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