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Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien - Aufgenommen am 15. Oktober 2024 beim 'Dies facultatis'
Finanzierung
Bild Copyright: © Kathpress / Henning Klingen

Uni-Budget: Wiener Theologie-Dekanin warnt vor "fatalen Folgen"

27.05.2026 17:18
Österreich/Universität/Finanzen/Politik/Theologie
Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät, Lehner-Hartmann: Geplante Budgetkürzungen hätten massive Folgen auch für theologische Fächer und Religionsforschung - Gerade Religionsforschung leistet für internationales Ranking der Uni Wien wichtigen Beitrag
Wien, 27.05.2026 (KAP) Vor "fatalen Folgen" der geplanten Kürzungen des Uni-Budgets gerade für kleinere Fächer, zu denen auch die Theologie und die Religionsforschung zählt, hat die Wiener Theologin und Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät, Prof. Andrea Lehner-Hartmann, gewarnt. "Für unsere Fakultät wäre es verheerend, wenn Sparzwänge die gut aufgestellte Religionsforschung gefährden würden", sagte Lehner-Hartmann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress. In einer Zeit, in der Religion zum "großen Einflussfaktor gesellschaftlicher Entwicklungen" avanciert ist, sei es das falsche Signal, an genau diesen Stellen zu sparen.

Zudem verwies die Dekanin und Religionspädagogin auf den wichtigen Beitrag, den die Wiener Religionsforschung zum internationalen Ranking und Renommee der Universität Wien leiste. Lehner-Hartmann: "Es wäre ein fatales Signal, wenn die derzeit international sehr gut aufgestellte Religionsforschung, die einen wichtigen Beitrag im internationalen Ranking leistet, ihr Niveau aufgrund von Personal- oder Ressourcenmangel nicht halten könnte - universitätspolitisch wie gesellschaftspolitisch wäre das ein schlechtes Zeichen."

Konkret sieht Lehner-Hartmann die Gefahr, dass Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler keine Anstellungen mehr bekommen und sich somit ihre Karrierechancen deutlich reduzieren. Auch die Qualitätssicherung könnte unter einer Budgetkürzung leiden - was wiederum Studierende zu spüren bekommen würden.

28.000 Personen demonstrierten bei Protestzug in Wien

Lehner-Hartmann äußerte sich am Mittwoch am Rande einer Demonstration von rund 28.000 Personen in Wien. Aufgerufen zu dem Protestzug, mit dem die Universitäten gegen die geplanten Budget-Kürzungen ab 2028 protestieren wollten, hatten Universitätenkonferenz (uniko), Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) und Arbeitnehmervertretungen. Nach einer Auftaktkundgebung an der Uni Wien führte die Demo durch die Innenstadt zum Wissenschaftsministerium und vor das Bundeskanzleramt. Am Donnerstag sind Kundgebungen in Graz, Linz, Salzburg und Klagenfurt geplant.

Das bisherige Angebot der Regierung sei "inakzeptabel", betonte Uni-Wien-Rektor Sebastian Schütze in seiner Rede. Die Folgen wären ein drastischer Personalabbau, schlechtere Studienbedingungen, weniger Forschungsleistung und Innovationskraft. "Wir verlangen von dieser Bundesregierung jetzt einen verlässlichen Finanzierungspfad!" Die Unirektoren fordern weiter ein Plus von 1,5 Mrd. auf 18 Mrd. Euro, alles andere bedeute "gravierende Einschnitte" für Studierende und in der Forschung.

Auslöser des Protests sind Pläne der Bundesregierung für das kommende Doppelbudget (2027/28). Die uniko hatte zunächst Kürzungen von einer Mrd. Euro bei ihrem nächsten Dreijahresbudget (2028 bis 2030) befürchtet - eine Zahl, die Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) "frei erfunden" nannte. 2028 muss das Wissenschaftsministerium insgesamt 190 Mio. Euro kürzen und die Medizinunis sollen, anders als bisher, die Gehälter der Ärzte an den Unikliniken selbst bezahlen müssen.
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