Betroffene können sich an Ombudsstelle der Erzdiözese Salzburg sowie Meldestelle von Land Salzburg und Bildungsdirektion wenden - Schulamtsleiter Konjecic: "Wir sind betroffen und bedauern die Vorfälle"
Salzburg, 27.05.2026 (KAP) Nach den bekannt gewordenen Vorwürfen sexueller Belästigung gegen einen Religionslehrer an einer Salzburger Volksschule hat sich das Schulamt der Erzdiözese Salzburg betroffen gezeigt und die Unterstützung zur Aufklärung des Falls betont. Der betroffene Lehrer ist inzwischen suspendiert worden, während Staatsanwaltschaft und Bildungsdirektion Ermittlungen führen. "Wir sind betroffen und bedauern zutiefst die Vorfälle, noch mehr da wir als Kirche in den letzten Jahren sehr viel Kraft in Präventionsarbeit hineingesteckt haben", sagte der Leiter des Schulamts der Erzdiözese Salzburg, Erwin Konjecic, gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Man habe durch die Bildungsdirektion von den Vorwürfen erfahren und unterstütze die Aufklärung.
Der Religionslehrer habe "das akzeptable Maß überschritten" und Fehlverhalten gesetzt, sagte Konjecic weiter. Deshalb hätten Schulamt und Bildungsdirektion Konsequenzen ziehen müssen. Laut Konjecic habe die Lehrkraft ein Verhalten gezeigt, das nun aufgearbeitet werden müsse. In einem Gespräch mit ihm habe der Lehrer zudem sein Fehlverhalten grundsätzlich eingeräumt; das Protokoll liege der Ombudsstelle vor.
Dem Lehrer wird vorgeworfen, Kinder unangemessen berührt, am Oberschenkel gestreichelt und auf den Schoß genommen zu haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde er zunächst vom Dienst freigestellt und anschließend suspendiert. Schulpsychologinnen und Schulpsychologen betreuen derzeit die Schülerinnen und Schüler an der betroffenen Schule.
Das Land Salzburg und die Bildungsdirektion haben mittlerweile eine unabhängige Meldestelle für mögliche weitere Betroffene eingerichtet und auch die Ombudsstelle der Erzdiözese Salzburg steht Betroffenen für Gespräche zur Verfügung.
Wie Land Salzburg und Bildungsdirektion am Mittwoch mitteilten, hatten sich bereits zu Beginn des Schuljahres Eltern an die Schulleitung gewandt. Zudem seien diese Woche weitere Hinweise auf ähnliche, teils länger zurückliegende Vorfälle bekannt geworden. Aufgrund des Verdachts auf ein "systematisches Vorgehen der Lehrperson" müssten nun "vollständige Aufklärung und Transparenz gewährleistet werden", hieß es in einer Aussendung.
Die neu eingerichtete unabhängige Meldestelle wird vom ehemaligen Präsidenten des Landesgerichts Salzburg, Hans Rathgeb, geleitet.