Vatikan kündigt Pastoralbesuch von Leo XIV. im drittkleinsten Staat der Welt an - Kirchenoberhaupt am selben Tag auch beim traditionsreichen Katholikentreffen in Rimini
Vatikanstadt, 28.05.2026 (KAP) Papst Leo XIV. wird am 22. August der Republik San Marino einen Pastoralbesuch abstatten und danach beim traditionsreichen großen Katholikentreffen im nahe gelegenen Rimini ("Rimini Meeting") sprechen. Das teilte der Vatikan am Donnerstag mit. Die damaligen Regierungschefs von San Marino, Matteo Rossi und Lorenzo Bugli, hatten den Papst bei einem Besuch am 12. Jänner im Vatikan in den drittkleinsten Staat der Welt eingeladen. Der letzte Papstbesuch erfolgte 2011 durch Benedikt XVI. Leo XIV., selbst Oberhaupt des kleinsten Staats der Welt, hatte im März schon die Nummer zwei unter den Miniländern Europas, das Fürstentum Monaco, besucht.
Das von Italien umschlossene San Marino ist weit über 1.000 Jahre alt und zählt rund 34.000 Einwohner auf etwa 60 Quadratkilometern. Die beiden "Regierenden Kapitäne" werden vom Parlament gewählt, ihr Vorbild sind die Konsuln der antiken römischen Republik. Dieses Amt hatte Rossi (39), ehemaliger Fußballer und Mitglied des Partito dei Socialisti e dei Democratici, gemeinsam mit Bugli (30, Partito Democratico Cristiano Sammarinese) von Oktober 2025 bis April 2026 inne. Die katholische Kirche ist in San Marino nicht Staatsreligion, dominiert aber klar. Mit der Abschaffung der Todesstrafe schrieb die kleine Republik 1865 europäische Rechtsgeschichte.
Nach seiner Reise in die Türkei und den Libanon im Spätherbst 2025, dem Monaco-Besuch am 1. März, der Reise in vier afrikanische Länder im April und die Spanienreise vom 6. bis 12. Juni wird die halbtägige Visite in San Marino es die fünfte Auslandsreise des seit einem Jahr amtierenden Papstes sein. Ebenfalls angekündigt ist ein Frankreichbesuch Ende September; auch steht eine Südamerikareise im November im Raum.
"Rimini Meeting": Bedeutende öffentliche Arena
Dass Papst Leo XIV. heuer auch persönlich am "Treffen von Rimini" teilnehmen wird, ist bereits seit Februar bekannt. Das "Rimini Meeting für die Freundschaft zwischen den Völkern" findet seit 1980 alljährlich im August statt und wird von einer Stiftung im Umfeld der katholischen Gemeinschaft "Comunione e liberazione" veranstaltet.
Die 2026 von 21. bis 26. August angesetzte Veranstaltung ist eine wichtige öffentliche Arena für die italienischen Katholiken. Hier benennen sie ihre Forderungen an Politik und Gesellschaft des Landes; zugleich haben hochkarätige Politikerinnen und Politiker die Gelegenheit, auf dem Forum das Wort zu ergreifen.
Im vergangenen Jahr sprachen unter anderem Europaparlaments-Präsidentin Roberta Metsola, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., bei dem Forum. (Website: www.meetingrimini.org)