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"Lange Nacht" mit vielen Einblicken in orthodoxe Kirchen

30.05.2026 07:37
Österreich/Kirche/Ökumene/Orthodoxie/Lange.Nacht.der.Kirchen
Ökumenisches Großereignis bot wieder viele Möglichkeiten für die kleineren Kirchen im Land, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen
Wien, 30.05.2026 (KAP) Die "Lange Nacht der Kirchen" ist jedes Jahr eine gute Möglichkeit für die kleineren Kirchen im Land, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Das betrifft etwa die orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen. Die Besucherinnen und Besucher haben dieses Angebot auch heuer wieder ausgiebig genützt. Ein volles (Gottes-)Haus gab es etwa in der griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale in Wien. Archimandrit Athanasius Buk gab seinem interessierten Publikum Einblicke in die Orthodoxe Kirche und die griechische Gemeinde vor Ort.

Dass in der Orthodoxie Priester verheiratet sein können, Bischöfe aber aus den unverheirateten Mönchspriestern rekrutiert werden, was letztlich kein Kirchengesetz, aber in der Tradition felsenfest verankert sei, war ebenso Thema wie die Erläuterungen dazu, weshalb und wie sich das Gemeindeleben vor allem in der Liturgie realisiert. Da es in der Orthodoxen Kirche keinen festgeschriebenen Kirchenbeitrag gibt, würden die Leute auch nicht deshalb aus der Kirche austreten, so Buk. Der Nachteil: Die Kirche müsse mit relativ wenig finanziellen Mitteln auskommen bzw. sei in besonderer Weise vom Engagement der Gläubigen abhängig. Alles habe eben Vor- und Nachteile, resümierte der Geistliche mit einem Augenzwinkern.

Vor Buks Ausführungen zu Kirche und Gemeinde gab es in der Kathedrale auch eine orthodoxe Vesper mit byzantinischen Gesängen. Viele Interessierte besuchten auch die nahe gelegene orthodoxe Georgskirche und die Chrysostomos-Kapelle.

Wie ticken die orthodoxen Jugendlichen?

Das Programm in der rumänisch-orthodoxen Antoniuspfarre im 15. Bezirk stand vor allem im Zeichen der Jugend. Pfarrer Ioan Moga hatte zahlreiche Jugendliche eingeladen, über ihre Sicht von Glaube, Kirche und Identität zu sprechen. So war denn auch eine große Bandbreite von persönlichen Glaubensgeschichten zu hören: Junge Menschen, die von Anfang an schon von ihren Familien her mit Kirche und Glaube aufgewachsen sind; andere wiederum, die erst im Jugendalter den Glauben entdeckten; und wieder andere, die sich gerade im Jugendalter von Kirche und Glaube distanzierten und dann aber als junge Erwachsene zurück zum Glauben fanden.

Leicht hat man es als gläubiger orthodoxer Jugendlicher jedenfalls nicht in einer zunehmend säkularen Gesellschaft, so eine vielfach geäußerte Bemerkung an diesem Abend. Auch in der Schule brauche es zuweilen Mut, den eigenen Glauben zu bezeugen, berichteten einige Jugendliche.

Deutlich wurde auch, dass die Orthodoxe Kirche mitunter Probleme hat, den Religionsunterricht flächendeckend zu organisieren bzw. personell zu besetzen. Einigen Jugendlichen ist es deshalb nicht möglich, den Unterricht zu besuchen. Den Ethikunterricht empfinden manche zwar als interessant, aber keine adäquate Alternative.

Die Rumänisch-orthodoxe Kirche in Österreich ist von der Altersstruktur her eine sehr junge Kirche, erläuterte Pfarrer Moga. Deshalb ist es dem Pfarrer, seiner Frau, und den weiteren Verantwortlichen der Gemeinde auch ein großes Anliegen, die jungen Menschen nach bestem Wissen und Gewissen in Liturgie und Gemeindeleben zu integrieren. Der weibliche Jugendchor gestaltet etwa einmal pro Monat allein die Sonntagsliturgie - in der Orthodoxie absolut ungewöhnlich - sonst gemeinsam mit dem Erwachsenenchor. Und die Jugendlichen werden auch sonst verstärkt in die Liturgie eingebunden.

Der Pfarrer spielt diesbezüglich in seiner Kirche eine nicht ganz unumstrittene Vorreiterrolle, sieht diesen Weg aber als alternativlos an: "Wir müssen solche Akzente setzen, gerade auch in der Liturgie, aus der die Orthodoxe Kirche wesentlich lebt. Damit steht und fällt die Glaubwürdigkeit der Kirche."

Viele Ostkirchen-Akzente

Ein buntes Programm gab es in der Langen Nacht weiters etwa auch in der russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale, der rumänisch-orthodoxen Andreas-Kirche in Wien-Simmering und der rumänisch-orthodoxe Kapelle in der Löwelstraße in der Inneren Stadt. Gleiches galt für die serbisch-orthodoxen Kirchen in Wien und weitere Kirchengemeinden in ganz Österreich.

Auch einige orientalisch-orthodoxe Kirchen beteiligten sich wieder an der "Langen Nacht". Ein umfangreiches Programm bot etwa die Armenisch-apostolische St. Hripsime-Kirche in Wien mit Liturgien, armenischer Musik und ein Film über Berg-Karabach (Artsach).

(Kathpress-Themenschwerpunkt mit allen Meldungen zur Langen Nacht der Kirchen abrufbar unter www.kathpress.at/lange-nacht-der-kirchen-2026)
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