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Patriarch Paul III. Nona
Chaldäer
Bild Copyright: © Kirche in Not

Bagdad: Patriarch Paul III. Nona ins Amt eingeführt

30.05.2026 13:38
Irak/Kirche/Personal/Religion/Migration/Minderheiten/Chaldäer
Neues Oberhaupt der in Nahost und vor allem in den USA, Australien und Westeuropa lebenden chaldäischen Christen - Ostkirchen-Präfekt Gugerotti: Stimme der irakischen Gläubgen darf nicht verstummen
Bagdad, 30.05.2026 (KAP) Unter Teilnahme des Präfekten des Dikasteriums für die Ostkirchen ist am Freitag in Bagdad der neue chaldäische Patriarch Paul III. Nona offiziell in sein Amt eingeführt worden. Angesichts der historischen und politischen Herausforderungen im Nahen Osten dürfe die Stimme der chaldäischen Kirche nicht verstummen, betonte Kardinal Claudio Gugerotti laut Vatican News in seinem Grußwort. Die Amtseinführung fand am Freitagvormittag in der Josefskathedrale der irakischen Hauptstadt statt.

Amel Shamon Nona war bei der Synode der chaldäischen Bischöfe im April zum Nachfolger des seit 2013 amtierenden Patriarchen Kardinal Louis Raphael Sako gewählt worden. Mit der Annahme der Wahl nahm er den Namen Paul III. an.

Der 1967 in Alqosh im Nordirak geborene Nona studierte Theologie unter anderem an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom und wurde 1991 in Bagdad zum Priester geweiht. Nach pastoralen Aufgaben in seiner Heimatdiözese promovierte er und lehrte später als Professor für Anthropologie am Babel College. Zudem übernahm er verschiedene Leitungsaufgaben innerhalb der chaldäischen Kirche.

Internationale Bekanntheit erlangte Nona als Erzbischof von Mossul. Dort erlebte er 2014 die Vertreibung der christlichen Bevölkerung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und musste wie viele andere Christen der Ninive-Ebene ins Exil gehen. In den folgenden Jahren setzte er sich wiederholt für die verfolgten Christen im Nahen Osten ein und machte auf deren Lage aufmerksam. Von 2015 an leitete er die chaldäische Erzdiözese in Australien.

Vatikan verspricht Unterstützung

Der Präfekt des Ostkirchen-Dikasteriums sicherte dem neuen Patriarchen die Unterstützung des Heiligen Stuhls zu. Der Vatikan wolle dazu beitragen, "das zu stärken, was dieser Kirche hilft, ihre Mission erneut zu erfüllen" - eine Mission, die sich angesichts der weltweiten Diaspora längst über den Irak hinaus erstrecke und für viele Menschen eine Quelle der Inspiration bleibe.

Die chaldäisch-katholische Kirche ist eine mit Rom unierte Ostkirche, deren Wurzeln bis in die ersten Jahrhunderte des Christentums zurückreichen. Sie bewahrt ihre eigene liturgische Tradition, erkennt zugleich aber den Primat des Papstes an. Sie zählt heute weltweit rund 650.000 Gläubige. Ihr Patriarchat hat seinen Sitz in Bagdad, während ein großer Teil der Gläubigen inzwischen in der Diaspora lebt, insbesondere in den USA, Australien und Westeuropa. Bedeutende Gemeinden bestehen zudem im Irak, in Syrien, im Libanon und im Iran.

Verkündigung als Priorität

Gugerotti würdigte das "gewaltige Erbe" der chaldäischen Kirche, das angesichts der schwierigen Lage im Irak und in der Region oft "in irdenen Gefäßen aufbewahrt" werde. "Wir wollen und können nicht hinnehmen, dass die Stimme der chaldäischen Kirche aufgrund historischer oder politischer Umstände verstummen muss", sagte der Kardinal. Das Heilige Land solle weiterhin ein Ort sein, an dem lebendige christliche Gemeinschaften durch ihre Treue zu Christus Zeugnis geben.

Den neuen Patriarchen rief Gugerotti zur Treue gegenüber den Traditionen seiner Kirche sowie zum Einsatz für Frieden, Nächstenliebe und pastorale Nähe auf. Die Verkündigung des Evangeliums müsse dabei "absolute Priorität gegenüber anderen menschlichen Interessen haben", erklärte der Kardinal. Dies sei zunächst eine geistliche und asketische, erst danach eine disziplinarische oder politische Herausforderung.
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