Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international: 20 Millionen Menschen hungern, mehr als 13 Millionen Menschen sind auf der Flucht
Bonn, 01.06.2026 (KAP/KNA) Kirchliche Hilfsorganisationen haben zu mehr internationaler Not- und Hungerhilfe für die Opfer des Krieges im nordostafrikanischen Sudan aufgerufen. Mit 20 Millionen hungernden Menschen und mehr als 150.000 im Krieg getöteten Menschen sei der Sudankonflikt die größte humanitäre Krise weltweit, erklärten Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international am Montag.
"Die verheerende Lage im Sudan findet aber immer weniger Beachtung. Sie wird von anderen Kriegen und Katastrophen überlagert. Und sie wird international schlichtweg ignoriert", sagte der Diakonie-Katastrophenhilfe-Chef Martin Keßler.
Caritas international erläuterte, dass die Staatengemeinschaft derzeit nur rund 40 Prozent der eigentlich nötigen Hilfsgelder aufbringt. Spenden gingen zurück. "Dieser Tendenz können wir aber mit Anteilnahme und Spenden für die Hilfe im Sudan und den Nachbarländern begegnen. Solidarität rettet Menschenleben", sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller.
Die Organisationen berichteten, dass die Kriegsparteien im Sudan auch zunehmend Helfer und Helferinnen ins Visier nähmen. Auch Schulen und medizinische Einrichtungen würden zerstört. "Diese Angriffe gegen die Zivilbevölkerung verletzen eklatant das humanitäre Völkerrecht und schränken Hilfsprogramme und humanitären Zugang zu Notleidenden ein", kritisierte Müller.
Im Sudan tobt seit 2023 ein Krieg um Macht und Ressourcen. Mehr als 13 Millionen Menschen sind auf der Flucht: rund 9 Millionen innerhalb des Sudans, 4,5 Millionen in den Nachbarländern Tschad, Südsudan und Ägypten. Caritas und Diakonie stellen die Sudan-Hilfe in diesem Jahr in den Mittelpunkt ihres Sommer-Spendenaufrufs "Die größte Katastrophe ist das Vergessen".